Urlaub
In zwei einhalb Stunden geht's nach Usbekistan, Tajikistan und Trukmenistan - und ich bin noch nicht am Flughafen... Vielleicht bleibe ich also hier.
Am 5. September werde ich wieder in Dubai sein. Bis dann
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2006-08-16 UrlaubHeute eine ganz kurze Mitteilung - hätte eigentlich länger werden sollen, aber die Zeit lässt dies nicht zu: In zwei einhalb Stunden geht's nach Usbekistan, Tajikistan und Trukmenistan - und ich bin noch nicht am Flughafen... Vielleicht bleibe ich also hier. Am 5. September werde ich wieder in Dubai sein. Bis dann 2006-08-13 LibanonEs gibt gewisse Dinge, die sollte man einfach nicht tun: Man sollte nicht über Dinge reden, von denen man keine Ahnung hat. Doch genau das möchte ich tun. Im Moment schaut die ganze Welt gebannt auf den Konflikt im Libanon – ich auch. Wenn ich bedenke, dass ich noch im Januar 2005 dieses Land besucht habe… Meine Begeisterung war enorm, fand ich doch alles vor, was mein Herz begehrt: Sonne, Meer, Berge, Kultur, Partys, gutes Essen, Lebensfreude, … Und das liegt nun alles in Schutt und Asche. Ich wollte schon einmal dieses Thema anschneiden, als ein Freund von mir in den ersten Kriegstagen über Syrien nach Dubai geflohen ist. (Er und seine Familie waren in ihrer Heimat im Urlaub. Sie alle sind jetzt wieder in Katar.) Hab’s dann aber sein lassen ob der heiklen Thematik und meiner Unkenntnis in Politik. Obwohl der Krieg mein tägliches Leben nicht beeinflusst und ich keine Spannung wahrnehme, erhält das Scharmützel für mich doch ein Gesicht, da ich etliche Leute kenne, die Verwandte in dieser Gegend haben – oder verloren haben. Ich möchte keine Position beziehen, muss aber gestehen, dass mich die Unwissenheit mancher (meiner Kontakt-)Personen im Westen in Bezug auf den Nahen Osten und den Islam etwas sprachlos macht. Auf der anderen Seite habe ich auch schon von Einheimischen ein Bild der Europäischen Lebenseinstellung ausgemalt gekriegt, das mit allem, was mir bekannt ist, keine Ähnlichkeit hat. In der Zeitung Golf News wurde letzten Freitag eine Umfrage zum Konflikt „Hisbollah-Israel“ graphisch dargestellt. Zwei der Graphen haben mich zum Nachdenken angeregt. ![]() ![]() In der elektronischen Fassung ist nur ein Text. 2006-08-11 Arabische KalligraphieHeute ist Freitag und somit unser freier Tag hier in Dubai. Ich habe mich entschlossen, eine Dosis Kultur `reinzuziehen. Dies ist allerdings nicht so einfach, denn die UAE (Vereinigte Arabischen Emirate) sind nicht nur klimatisch gesehen ein Wüstenstaat sondern auch kulturell: Sobald man den populistischen Kultur-Highway verlässt, herrscht trostlose Einöde. Es gibt ein paar wenige Museen. Beinahe ausnahmslos sind sie der jüngeren Geschichte dieser Gegend verschrieben; immer dieselben schwarz-weiss Fotos werden in einer mehr oder weniger einfallsreichen Kombination mit älteren Gebrauchsgegenständen ausgestellt. Eine löbliche Ausnahme ist das Sharjah Kunstmuseum. Dort fand letztes Jahr die Kunstbiennale statt. Ich werde diesem Museum bestimmt einmal einen ganzen Beitrag widmen. Auch die vielen Galerien, die vor allem in Dubai um die Gunst der Kunden buhlen, finde ich meistens nicht einen zweiten Besuch wert. Doch dann und wann scheint ein Juwel in der Sonne zu funkeln. Die "Art Space" Galerie zeigt zurzeit einige moderne Arabische Kalligraphien. Hier der Link: www.artspace-dubai.com Und hier ein Werk, das ausgestellt ist: ![]() Hoffen wir, dass sich das ganze nicht als Fata Morgana entpuppt. 2006-08-08 Eine nicht-repräsentative Meinung zur sozialen Struktur DubaisWie ein Phönix aus der Asche, so scheint die Metropole Dubai aus dem Sand zu erwachsen. Eine Baustelle reiht sich an die nächste. Nicht einmal ein Fünftel der Baupläne sind in angriff genommen. 25% aller Baukräne weltweit befinden sich in Dubai. Als Rieseninsekten tanzen sie hier ihr abstraktes Ballett. Unglaublich! Und wie es so üblich ist, muss man für die Tanzvorführung einen (Eintritts)Preis bezahlen: Die Preise verhalten sich jedoch umgekehrt proportional zur Qualität der Sitze… und die verschiedenen Sitzplatzkategorien sind verschiedenen Gruppierungen vorbehalten. Nennen wir das Kind `mal beim Namen: In meinem ganzen Leben habe ich noch nie eine so ausgeprägte soziale Hierarchie erlebt wie hier in Dubai. Zuoberst kommen die Locals, dann die anderen Araber, dann die weissen Expatriots, dann kommen die Inder und Asiaten; die Pakistani schliessen die Reihe unten ab. Hier einige Beispiele: Oft muss man auf Formularen seine Nationalität angeben – manchmal wird sogar verlangt anzugeben, ob man zuvor eine andere Nationalität gehabt hat und wenn ja welche. Dabei sollte es doch kein Unterschied machen, ob ein Inder oder ein Schweizer ein Telefon beantragt. (Beim Strom und Wasser sieht das wieder anders aus, denn die Einheimischen zahlen dafür nichts.) Es ist günstiger eine Vollzeit-Maid anzustellen, als jemanden für ein paar Stunden jeden zweiten Tag! Ich habe Wohnungen gesehen wobei das Zimmern für Angestellte kein Fenster hatte, kleiner als mein Kleiderschrank war und die Zimmertüre direkt in die Küche führte – nicht zu verwechseln mit der grösseren Speisekammer. Wieder zurück zu unseren Baustellen: die Einheimischen sind die Auftraggeber, die weissen Akademiker sitzen im Büro und die farbigen Handwerker krümmen ihre Rücken für läppische CHF 200.-- im Monat und das unter der sengenden Hitze Dubais. Meistens werden die Leute auf der untersten sozialen Sprosse auch nicht regelmässig bezahlt, ein Teil des kleinen Lohnes wird ihnen zudem für die Unterkunft (bisweilen ohne A/C und Wasser) abgezogen. Der geneigte Leser soll hier nicht die politische Neigung des Schreibers zu erahnen meinen – dies könnte in die Irre führen. Eine Portion Humanismus reicht aus, um obige Gedanken zu haben. Da nun also die unzähligen Bauarbeiter in drei Schichten rund um die Uhr arbeiten, hat sich eine neue Berufsgattung daraus entwickelt: die Arbeitskraft-Logistiker. Mir wurde einmal erklärt, dass es einer ausgeklügelten Planung bedarf, die Transporte und Nutzung der Unterkünfte zu optimieren. Eine andere Person hat mir über einem Bier von seiner Firma erzählt: Er vertreibt Spurenelemente in Pillenform. Die Tabletten können im Trinkwasser aufgelöst werden und dem Körper all die Salze wieder zuführen, die er ausgeschwitzt hat. So etwas wie IsoStar für Leistungssportler. Als ich fragte, ob denn die Arbeiter wüssten, dass sie gedopt würden, hat er sich um eine neue Runde Bier bemüht. Nicht nur der Durst sondern auch die Diskussion ist mit dem nächsten Weizen gelöscht worden. Mir kommt in solchen Momenten häufig George Orwells „Farm der Tiere“ in den Sinn. Ob es wegen des Mensch-Tier Bezuges ist oder der Thematik der Gleichberechtigung, weiss ich nicht. Ich selbst versuche nach der Devise „Jedem Tierchen sein Pläsierchen“ zu leben und jeder Person unvoreingenommen und höflich zu begegnen. ![]() 2006-08-05 WochenendausflugEigentlich wollte ich über Architektur schreiben, da dies ein Architekturblog ist. Habe mich dann aber dagegen entscheiden müssen – ich konnte mein Bild, welches mir als Aufhänger dienen sollte, nicht mehr finden. Aber was soll’s, Dubai hat noch anderes zu bieten. Dieses Wochenende war ich in Dibba. Die Ortschaft liegt an der Ostküste der Vereinigten Arabischen Emirate. Fährt man von dort in die Richtung Fujerahs, kann man die älteste Moschee des Landes besuchen. Gleich nebenan befinden sich Überreste einer kleineren Festung. Ich mag diesen Ort sehr und gehe mit den meisten meiner Gäste dort hin. Der Blick über die Oase mit den Dattelpalmen und das Meer mit den Felsen, die zerklüftet aus dem Wasser ragen, ist beeindruckend. Gestern war ich aber dort aus einem ganz anderen Grund: Ich bin tauchen gegangen. Die Unterwasserwelt in Indischen Ozean ist recht vielfältig. Ich habe schon kleine Haie, Meeresschildkröten und Kopffüssler gesehen, ganz zu schweigen von den vielen bunten Fischen und den variantenreichen Korallen. Dieses mal galt meine Aufmerksamkeit aber eher den Schiffwracks als den schwimmenden Edelsteinen. Ein erfahrener Taucher mag sich ob meiner Begeisterung wunder. Sicher kann die Ostküste der Arabischen Halbinsel nicht mithalten mit dem Schatz, den man im Roten Meer oder am Barrier Reef vorfindet. Ich für meinen Teil bin froh, dass man in den Emiraten neben Golf spielen, Reiten, Segeln und Fliegen auch tauchen kann. Einzige Tücke: nach einem Tag tauchen im langen Tauchanzug, bewusstem Aufenthalt im Schatten und tief eingeriebener Sonnenmilch fühlt sich meine Haut etwas warm und gespannt an, und die Farbe liegt näher bei Kupfer als bei Bronze. ![]() ![]() ![]() | |||