Historisches Dubai 5 – Gold Souq

[Architektur]
Dringt man vom Gewürze Markt etwas tiefer ins Gewimmel, gelangt man in den Gold Souq. Auch wenn man nichts kauft, muss man diesen Ort gesehen haben. Es glitzert und glänzt von allen Seite. Das Gold türmt sich einsturzgefährlich in den Schaufenstern. Bisweilen hängen die Auslagen so dicht, dass einem kein Einblick in den Laden gewährt wird!

Mit meinem Geschmack kostet es einige Überwindung in einen dieser typischen Läden zu gehen. Schmuckstücke werden hier per Gewicht verkauft. Der Arbeitsaufwand ist im Grammpreis eingerechnet, fürs Design zahlt man nichts – und was man nicht bezahlt erhält man nicht. Ich habe einmal ein Schmuckstück gemäss einem Entwurf von mir machen lassen. Zwei weitere sind kläglich gescheitert. Der Goldschmied und ich hatten keine gemeinsame Basis in unserem Designverständnis.

Auch die fliegenden Händler der Schattenwelt sind hier unterwegs: Rolex wispert es von rechts in mein Ohr, Tag Heuer von links. Normalerweise zeige ich auf meine Uhr und sage ich hätte bereits eine. Manchmal frage ich die Kerle auch (ich habe noch nie eine Frau gefälschte Uhren verkaufen sehen), was ich denn mit zwei Uhren machen solle. Meistens bleiben sie mir eine Antwort schuldig, und ich kann mit gutem Gewissen und einem Lächeln weiter schlendern.

PS: Für diejenigen, welche noch nicht müde sind, empfehle ich noch etwas weiter zu bummeln. Um die Polizeistation herum befindet sich das Senegalesische Quartier, und etwas weiter Richtung Creek kommt man in einen weiteren Stoffmarkt.

Historisches Dubai 4 – Gewürzmarkt

[Architektur]
Eigentlich wäre ich gerne früher mit Dubai Blog auf den Gewürzmarkt gegangen. Leider konnte ich aber weder meinen noch einen anderen internationalen Hochparterre Blog öffnen seit meinem letzten Eintrag. Ich wünsche nun aber viel Spass auf dem Gewürzmarkt:

Gleich neben der Anlagestelle der Dhows liegt der Gewürzmarkt. Man kann ihn nicht verfehlen, wenn man seiner Nase nachläuft (es sei denn die Abgase verleiten einen mehr als die Gewürze). Der Markt ist nicht sehr gross, zeigt aber das typische Mobiliar und Treiben eines Arabischen Marktes. Wenn man so zwischen den Ständen hindurch schlendert, werden einem von allen Seiten her Güter feilgeboten. Hat man einmal den Mund aufgemacht, wird sofort in der Muttersprache des Touristen geantwortet.

Von niederem touristischem Interesse jedoch äusserst skurril dünken mich die Läden, welche vom Boden bis zur Decke mit grell-farbenen Plastikitsch aus China und Taiwan voll gestopft sind. Diese visuellen Lollipops befinden sich gleich hinter den Gewürzständen.

Das Feilschen gehört zum Kaufen wie das Kamel zur Wüste. Aber Achtung! Handeln will gelernt sein: Mein Cafe Arabica, den ich hier einmal gekauft habe, hätte trotz Herunterhandelns mit Gold aufgewogen werden können! (Noch mehr ausgenommen wurde ich nur in Sri Lanka – völlig übermüdet nach einem Nachflug.)

Der Cousin eines Freundes von mir führt einen Laden und hat mir erzählt, dass die härtesten Feilscher die älteren Frauen sein: Sie würden sich in richtigen Moment taub stellen, kennten die Preise und wären unnachgiebig. Mit diesem Wissen bewaffnet, schickte ich einmal meine Mutter (wobei keine Anspielung auf ihr Alter gemacht sein soll – aber sie ist definitiv älter als ich) in die Verhandlungen. Meine Verblüffung war gross, als sie, immer ein offenes Ohr, keine Ahnung von den Preisen in dieser Gegend der Welt und stets um Konsens bemüht, einen sehr vorteilhaften Preis erhalten hat. Aber dann, wer kann schon dem Charme meiner Mutter widerstehen!

Historisches Dubai 3 – Stoff Souq, Abras und Dows

[Architektur]
Heute ist Muslimisches Neujahr – was ganz genau abgeht, weiss ich nicht. Ich werde aber heute abend einige Muslimische Freunde treffen, die werden vielleicht etwas Licht in die Dunkelheit bringen. Für alle, die heute Neujahr feiern, alles Gute fürs kommende Jahr und viele tolle Erlebnisse!

Damit ich doch noch etwas zu berichten habe, werd ich die Reise durchs alte Dubai fortsetzen:

Wenn man vom Dubai Fort an der Moschee vorbei geht, gelangt man zum Stoff Souq. Hier ist es immer ein bisschen kühler als an anderen Orten. Ein Dach über der Hauptgasse und Ventilatoren tragen bestimmt dazu bei. Das Leben fängt wie üblich erst an den späteren Nachmittagstunden an. Obwohl das Ganze etwas touristisch ausschaut, ist es sehr authentisch – und die besten Schneider sollen hier ihre Ateliers haben. Einige meiner Kollegen lassen sich hier ihre Hemden und Anzüge schneidern. Ich selbst habe das noch nie gebacken gekriegt. Mir graut jeweils vor dem Verkehrschaos in dieser Ecke der Stadt.

Am anderen Ende des Souqs ist die Abra Haltestelle. Abras sind die kleinen Wassertaxis, welche die Leute von Bur Dubai nach Deira bringen (ähnlich den Vaporettos in Venedig). Eine Überfahrt kostet lediglich 50 Fils (etwa 17 Rappen) und ein heiden Spass – finde ich zumindest. So sitzt man dann Oberschenkel an Oberschenkel mit den Nachbarn und lässt sich sowohl den salzigen Wind als auch die Duftnote der Nachbarn ins Gesicht wehen, wobei die Kulisse Dubais an einem vorbei zieht. Am anderen Ufer angekommen, heisst es sich per Tellsprung aus dem Boot zu retten, denn das Boot wird nicht vertäut, um die Passagiere aussteigen zu lassen!

Hier auf der Deira Seite schaukeln die grossen Brüder der Abras, die Dhows, in mehreren Reihen entlang der Quaimauer. Man würde es diesen Nussschalen nicht zutrauen, doch die Güter, die umgeschlagen werden, beweisen es: Manche kommen von Indien!
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Historisches Dubai 2 – Dubai Museum

[Architektur]
Meine Gäste sind inzwischen zwar abgereist, dennoch sollte der geneigte Leser meiner Touristenfalle nicht entgehen und meine (Tor)Tour durch Dubai noch zu Ende erleben:

Einen Steinwurf vom Bastakiya Ensemble entfernt und gut zu Fuss erreichbar liegt das Dubai Fort mit dem Dubai Museum. Die Befestigungsanlage wurde fachgerecht renoviert. Im grosszügigen Innenhof wird das Prinzip des Windturmes erklärt. Ein paar traditionelle Boote liegen auf dem Trockenen. Die umliegenden Räume machen einen mit dem traditionellen Lebensstil der Emirati bekannt. Von Innenhof gelangt man in die unterirdischen Museumsräumlichkeiten (alles neueren Datums).

Aus architektonischer Sicht gibt es meiner Meinung nach nur wenige Situationen, die ein „Vergraben“ von Räumlichkeiten rechtfertigen. Eines sind militärische Einrichtungen (Bunker), ein anderes Höhlenwohnungen (wie z.B. in Göreme, Türkei). Ansonsten finde ich, dass man das Bauvolumen zeigen sollte. Luigi Snozzi hatte sich einmal gegen ein unterhöhlen des Lindenhofs in Zürich ausgesprochen mit der Begründung, dass die Wurzeln des Grases bis zum Erdmittelpunkt reichten. Eine sehr poetische Beschreibung. Ich gebe zu, dass er wohl eher auf die historische Gewichtigkeit dieses Ortes anspielte (dort stand früher der Galgen), als dass er einen generellen Kommentar zum unterirdischen Bauen machen wollte.

Nun aber zurück zum Dubai Museum: Da ich in meinen ersten paar Monaten in den VAE kein Museum Euphorie geschwängert verlassen habe, erlaubte ich mir, einige Zeit lang auf weitere öffentliche Kulturfallen zu verzichten. Schliesslich doch den Unkenrufen folgend, habe ich mich nach beinahe drei Jahren am Creek ins Dubai Museum gewagt. Und ich muss zugestehen, dies ist das beste Historische Museum in den UAE, das ich kenne. Definitiv einen Besuch wert für Kultur interessierte.

Dennoch sei hier vermerkt, dass das Küssen einer Unke ebendiese noch lange nicht in eine betörende Prinzessin aus 1001 Nacht verwandelt.

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Kuwait

[Architektur]
Mein Abstecher in dieses kleine, Öl triefende Land war nur von kurzer Dauer. Ich habe mich ausschliesslich in Kuwait City bewegt und kenne somit die anderen Gegenden nicht.

Das Leben scheint seinen normalen Gang zu nehmen. Nur in vereinzelten Fällen kann man die Folgen des Golfkrieges noch sehen: mit der üblichen Verzögerung setzt die Bauindustrie in den Wirtschaftsboom ein, in den Kuwait Towers werden Bilder der Irakischen Zerstörung mit „... barbaric destruction ... by Iraqi invadors ...“ betitelt und im IMAX Kino wird der Film „Fires of Kuwait“ gezeigt (jedoch nur einmal die Woche).

Architektonisch haben mich die älteren Villen am meisten beeindruckt. Diese zeichnen sich durch Bandfenster mit repetitiven, vertikalen Sonnenschutz aus. Bei grösseren Gebäuden zeigt sich eine hohe Varianz an Schatten spendenden Elementen. Die Einfachheit und Geometrie ist frappierend! Ich könnte mir vorstellen, dass diese Virtuosität mit dem tief in der Kultur verwurzelten Umgang mit Mathematik zu tun hat. Wäre schön, wenn sich diese Tugend weiterentwickeln kann und nicht von den Investitionshaien verschlungen würde...

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Palme bezugsbereit!

[Architektur]
Den Text, den man unter diesem Link anschauen kann, ist nicht mehr der neueste – publiziert wurde er während unseres Blackouts. Trotzdem, viel Spass beim lesen!

PS: Habe mich nun doch entschieden in meiner Wohnung zu bleiben und nicht auf die Palme zu ziehen...

Zensur

[Kultur]
Schon dachte ich, dass meine belanglose Tipserei dem Rotstift der Dubaischen Zensur-Armee zum Opfergefallen ist, konnte doch für einige Zeit nicht auf den Dubaiblog zugegriffen werden. Der Knopf in der Leitung lag aber auf Schweizerischem Terrain. Die virtuelle Baustelle bescherte mir eine 2woechige Schreibpause und enthüllte, dass wir „fleissigen“ Helvetier ebenso langsam sein können, wie die „trägen“ Fremden/Ausländer.

Zensur ist ein immer wiederkehrendes Thema hier in Dubai. Als Neuankömmling merkt man nichts davon; man denkt alles sei transparent und offen. Erst mit der Zeit erkennt man, wie der Krieg der Zensurstifte um sich tobt. So gibt es die Informationskontrolle, welche jegliche negative Meldung über Dubai oder eines seiner offiziellen Repräsentanten unterbindet. Es macht keinen Sinn, zwei einheimische Zeitungen zu kaufen – die Nachrichten kommen wie Klone daher. Um die politische Landschaft ein bisschen zu studieren, bleibt lediglich die Möglichkeit, einen Blick in die Gratisblätter zu werfen oder aufs Internet zu gehen.

Ob gewisse Blogseiten aus politischen Überlegungen blockiert werden, vermag ich nicht zu urteilen. Es ist aber ein offenes Geheimnis, dass man nicht allzu kritisch schreiben soll. Wenig Verständnis habe ich fürs Blockieren von Seiten wie Skype. Die lokale Telefongesellschaft, welche auch für die Internetkontrolle zuständig ist, weiss wohl weshalb; ihre Gewinnzahlen wachsen von Jahr zu Jahr, unter anderem dank solcher Massnahmen.

Seiten, welche den Männern das Blut in die Lende stürzen lässt, sind ebenfalls auf der Abschuss Liste. (Nicht etwa als Präventativ-Massnahme, um Blutleere im Hirn vorzubeugen.) Offiziell werden Schmuddelseiten im Internet blockiert, weil sie nicht mit der hiesigen Religion konform sind. Warum dann aber 10% der TV-Sender aus der Dose in unserem Haus den fleischlichen Gelüsten gewidmet sind (etliche davon kommen aus dem Arabischen Raum), verstehe ich nicht. Auch Partnervermittlungsseiten werden unterbunden (Partnerhandel darf wohl nur von den Familienoberhäuptern zwecks arrangierter Heirat durchgeführt werden). Aus meiner Sicht ist die offizielle Stellung gegenüber Nackedeien sowieso etwas verkrampft. Aber die Blüten, die dies zu treiben vermag, möchte ich niemandem vorenthalten:

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