Architektur aus Dubais Nähkästchen

[Architektur]
Dubai ist immer wieder für eine Überraschung gut – im Guten wie im Schlechten. Dabei ist natürlich der persönliche Geschmack ausschlaggebend für das Urteil. Gesehen habe ich die unten abgebildeten Objekte per Zufall auf einem meiner Streifzüge durch die Stadt.

Es soll hier kein Kommentar zum Design abgegeben werden. Ich kann nur soviel sagen: Entweder 98% der Leute haben eine Geschmacksverstauchung oder ich!

... Leider kann ich mir nicht vorstellen, dass sich so viele Leute irren. (Hoffe es jedoch.)

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PS: Als ich mich vor einigen Jahren auf dem Wohnungsmarkt nach einer Bleibe umschauen musste, endete ich genau in jenem Gebäude, welches ich einem Kollegen ein paar Wochen zuvor als architektonische Missgeburt vorgestellt hatte. Ich habe mich nun daran gewöhnt, vor allem auch deshalb, weil ich den Bau nicht anschauen muss, wenn ich in der Wohnung bin! Abgewohnt habe ich mir hingegen, mein Haus mit dem Maurischen Verschnitt als das hässlichste am Platz zu bezeichnen. All meine Kollegen sind jeweils ins modern gestaltete Gebäude nebenan gegangen und klingelten an der Wohnung mit derselben Nummer wie meiner...

Destination Dubai

[Architektur]
Vor einiger Zeit schrieb ich einen Artikel für die Englisch sprachige Zeitschrift 2A – Architecture & Art. Thema der Ausgabe war "Architektur und Tourismus." Das Magazin ist nun auf dem Markt, und ich wollte meinen Lesern diesen Beitrag nicht vorenthalten, denn er enthält einige meiner Gedankenansätze zur konzeptionellen Architektur in Dubai.

Bevor sich jedoch jemand die Mühe macht, die Galerie zu öffnen, sei hier erwähnt, dass der Text nur in Englisch ist, das Bildmaterial zweitrangig und der Inhalt auf der schwerer verdaulichen Seite. - Trotzdem, viel Spass!

Körperpflege auf Arabisch

[Kultur]
Die Arabische Körperpflege schaut auf eine lange Tradition zurück und geniesst einen ausgezeichneten Ruf. Man denke an das Mittelalter: Während die Europäer in ihren kalt-feuchten Burgen vor sich hin grauten, liessen es sich die Araber in wohl duftenden Dampfbädern gut gehen: In marmornen Gemächer, unter hohen Kuppeln mit gläsernen Bullaugen von geschulten Händen jede Muskelpartie weich kneten lassen – ein Traum wie aus 1001 Nacht? Kleiner Exkurs: Aus religiösen Gründen dürfen die massierenden Hände allerdings nur einer Person mit demselben Geschlecht gehören – aus der Traum! (Man muss allerdings eingestehen, dass solche religiösen Bullen bisweilen mit der Eleganz eines Spanischen Matadore ausser Kraft gesetzt werden.)

Nun also zurück zu der Arabischen Körperpflege. Es soll hier weniger über Hamams berichtet werden, welche ja auch in der Schweiz in letzter Zeit ihre Anhängerschaft gefunden hat, sonder über die sehr viel profaneren Frisiersalons. Meinen exklusiven Haarschnitt lass ich mir traditionsgemäss immer bei mir um die Ecke verpassen – egal an welchem Ort ich wohne. Der nächste Coiffeurladen wird von zwei Ägyptern geführt. Ihre Englischkenntnisse sind so rudimentär wie mein Arabisch. Dennoch entspricht ihre Schnibbelei immer meinen Vorstellungen. Auf die Kopfmassage freue ich mich jeweils am meisten. Die Gesichtsmaske mit der Rubbel-Creme begeistert mich hingegen nicht so sehr. Dass meine Augenbrauen ebenfalls gestutzt werden, empfand ich das erste Mal als komisch, jetzt habe ich mich daran gewöhnt. Auch dass allfällige kleine Härchen im Gesicht mit einem Faden, der zwischen den beiden Händen und den Zähnen aufgespannt ist und sich auf und zu dreht, weggezupft werden, ist jetzt zu einer Gewohnheit geworden. (Die kühlende Creme weiss schliesslich, den Brand auf meiner zarten Haut zu lindern.) Die Verabschiedung – nach dem letzten Schluck Tee – ist dann ebenso warmherzig wie die Begrüssung. Bei einer solchen Behandlung lasse ich natürlich ein gutes Trinkgeld zurück.

Das letzte Mal waren meine Helden nicht im Saloon (amüsanter Schriftzug auf einigen der Coiffeurläden in dieser Gegend). Sie müssen am Beten gewesen sein. Ich wollte nicht warten und ging einen Laden weiter (soviel zu meiner Treue). Ich wurde von einer Philippinin bedient, schmerzlos und schnell, aber ohne die Arabischen Finessen. Aus Europa gewohnt, aber im Nahen Osten davon entwöhnt worden, auch mal von einer Frau bedient zu werden, machte ich am Abend diesbezüglich einen Kommentar zu einem Kollegen. Dieser, selbst Muslime und seit über 15 Jahren in Dubai, meinte lächelnd: Hier dürfen nur Männer Männern die Haare schneiden…

Und die Moral von der Geschicht’: Glaube einer Fassade nicht!

Und was ich daraus lerne: Ich bleibe bei meinen Ägyptischen Jungs und wenn ich auch ´mal warten muss.

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PS: Nur damit keine Konfusion entsteht: Der Islam kennt keine Bullen (der Begriff gehört zur römisch-katholischen Kirche und bezieht sich auf einen päpstlichen Erlass). Dinge, die einem Gläubigen Muslim nicht erlaubt sind, werden Haram genannt.

 

Musandam, Oman

[Kultur]

Die nördlichste Landzunge der Arabischen Halbinsel gehört zu Oman und heisst Musandam. Früher war dieser Ort von hoher, strategischer Bedeutung wegen seiner Lage an der Strasse von Hormos. (Während die Portugiesen auf der Persischen Seite die Seestrasse kontrollierten, nutzten die Briten diese Seite.) Politisch mag die Bedeutung der Gegend nachgelassen haben, wirtschaftlich aber nicht: die See-Enge von Hormos ist eine der am meisten befahrnen Strassen der Welt.

Nun, all das mag einen Besucher wie mich nicht so sehr beeindrucken wie die Natur. Die zerklüftete Gegend fasziniert. Fjorde schneiden tief in die blauen Wasser. Die kargen Felsen formieren sich zu Bergmassiven. Hie und da nisten sich Siedlungen in geschützte Ecken – nicht viele. Man kann getrost annehmen alleine zu sein, wenn man hier ´raus kommt. Immer wieder graben sich Schneisen in das Gebirge, die Wadis, und lassen die Gegend noch wilder erscheinen.

Wadis und Oman erinnern mich an folgende Geschichte, welche ich allerdings nur vom Hörensagen her kenne: Zweithäufigste Todesursache in Omans Wüsten soll verdursten sein – Nummer eins in Sachen Ableben: Ertrinken! Dies hängt damit zusammen, dass sich die trockenen Flussbette innert Minuten füllen können, wenn in einem entlegenen Gebirge Regen gefallen ist.

Nun, dieses Wochenende geht’s also mit Besuchern, Wasserflaschen und Schwimmringen in den Norden Omans. (Die untenstehenden Bilder stammen von einem früheren Besuch.)

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Universitätscampus in Sharjah

[Architektur]

Gestern zeigten die Architekturstudenten der Amerikanischen Universität in Sharjah ihre Projekte. Somit bot sich wieder einmal die Gelegenheit diese Anlage in Sharjah zu besuchen. Es mutet beinahe grotesk an, wie sich die Universitäten entlang einer 1.5 km langen, repräsentativen Achse aufreihen. Am einen Ende thront die Amerikanische Universität. Was sich am anderen Ende abspielt, weiss ich nicht. Ich hatte weder die Musse noch das Glück, mich je in jene Richtung zu verirren.

Sharjah ist von der UNESCO zur Kultur-Hauptstadt des Arabischen Raumes ernannt worden. Das Engagement des Emirates in Sachen Kunst und Kultur ist enorm – man denke nur an die Kunst Biennale. Auch in Sachen Architektur ist Sharjah der Kultur verbunden: Alle öffentlichen Bauenten zeigen starke Islamische Züge. Eine neue Interpretation der Formen ist dabei nicht gefragt. (Eigentlich wäre ich hier geneigt zu sagen „schade“ – aber ob dem wirklich so ist, darf auch bezweifelt werden.)

Hier nun die Fotos wie sich die Amerikanische Universität präsentiert.

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PS: Die Studentenarbeiten stehen übrigens in absolutem Kontrast zur Erscheinungsform der Institution, in welcher sie geboren werden.

Sharjah Kunst Biennale

[Kunst]

Letzthin telefonierte ich einer treuen Userin meines Blogs. Sie gestand mir, dass sie bisweilen nur die Bilder anschaut und den Text überhüpft. Daraus habe ich drei Dinge gelernt:

1) Sie ist eine treuere Freundin als Leserin - und ich bin froh darüber.

2) Sie muss eine gute Architektin sein, denn die wahren Architekten sind visuelle Menschen - dass sie eine gute Architektin ist, kann ich nur bestätigen.

3) Ich könnte 'mal einen "nur Bildli" Blogeintrag machen - ist auch nicht ganz so verfänglich... - hier nun das Ergebnis:

Sharjah Kunst Binnale - sehr poetische Website!

4. April bis 4. Juni 2007

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Dubais Küstenlinie

[Architektur]

Alle Wege führen nach Dubai – so scheint es zumindest, wenn man all die Studenten sieht, die während ihren Seminarreisen in die Stadt gekarrt werden. Letzthin war wieder einmal so ein Trupp hier. Dieses Mal beschränkte sich mein Mitwirken allerdings auf Abendessen und Shishah rauchen. Ich kann deshalb nur Gutes vom Besuch berichten, zumal die Diskussionen echt erfrischend waren. 

Die Broschüre, welche die Studenten vor ihrer Abreise zusammenstellten, ist umfangreich und informativ. Eine ganz spitzzüngige Arbeit möchte ich hier gerne zeigen – ohne die Urheber um Veröffentlichung gebeten zu haben (ihre Namen stehen unten rechts auf dem Bild). Ich finde sie echt gelungen und mit der richtigen Dosis Humor angerichtet.

Wer nun aber glaubt, diese Projekte könnten verwirklicht werden, der ist weit gefehlt. Die Küste Dubai ist längst verplant – auch dort wo zurzeit noch Sandstrand ist... Der Aufruhr um den Strand beim Fischerhafen neben dem Burj Al Arab hat zwar gefruchtet und das Bauprojekt wurde gestoppt. Wie lange jedoch die Gelüste des grossen Geldes zugunsten vom (sonnen)badenden Fleisch der Arbeiterklasse gezügelt werden kann, bleibt offen.

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Ostereier suchen in Dubai…

[Kultur]

… gestaltet sich bisweilen etwas schwierig. Die Schoko-Eier schmelzen im Schatten noch bevor sie von den klebrigen Kinderfingern unter funkelnden Augen und einem erfrischenden Lächeln aus ihrem Versteck geborgen werden. Die Feinmotorik der Wonneproppen drückt jedes Ei noch schnell in einen Osterhasen, bevor es ins Bastkörbchen gelegt wurde.

Ich hielt mich bei dem ganzen Unterfangen etwas abseits. Nicht nur weil ich keine Kinder habe, welche ich hätte beaufsichtigen müssen, sondern auch weil mir mein Junggesellenleben seinen Tribut abverlangte: Wie durch einen Verstärker drangen die Kinderfreuden an meine Ohren und das Hochdruckgebiet über Dubai lag in keinem Vergleich zum Druck in meinem Kopf. Ich begab mich deshalb mit einem Buch und einem Drink zum Pool. Nicht lange jedoch. Die Sonne ist bereits unerbärmlich und mein Kopf leuchtete nach ein paar Minuten wie eines dieser knallroten Ostereier. Es war auch sonst Zeit zu gehen – Vorbereitungen für das nächste Kapitel meines ausschweifenden Lebensstils standen bevor. Für den (Samstag) Abend hatte ich Freunde eingeladen. Ich wollte noch Ostereier als Dekoration kaufen. Fand aber in keinem der Läden welche (abgesehen von Milka und Mars Eiern). Wenn man bedenkt, dass an Weihnachten in keinem christlichen Land eine grössere Auswahl an festtäglichem Schnickschnack feilgeboten wird als in Dubai, erstaunt es doch ein wenig, dass Ostern in den Auslagen totgeschwiegen wird. Kann es sein, dass Ostern wirtschaftlich nicht rentiert? Oder ist es, weil Ostern doch etwas zu christlich-religiös ist für diese Gegend? Ich weiss es nicht. Was ich hingegen weiss, ist, dass es einfacher ist am Osterbrunch Schokoladen-Eier zu finden als in Dubais Läden. 

PS: Und wen’s interessiert, mein Abend wurde doch noch gerettet: Freunde von mir brachten einige Kakao-Eier mit – alle leicht zu Hasen verformt…

PPS: Sonntag und Montag ist bei uns regulärer Arbeitstag – den Lesern in Europa wünsche ich jedoch – Frohe und entspannte Ostern!

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Dubai Metro

[Architektur]
Dubai hat wie jede andere Metropole ein Verkehrsproblem. Das Verkehrsplanungsbüro, die Road and Transport Authority (RTA), nimmt sich dieser Problematik mit einem ambitiösen Projekt an: Der Dubai Metro. Am ende soll ein Netz von 120 km Länge entstehen. Drei Linien werden durch Dubai kurven und alle wichtigen Punkte miteinander verbinden. Veranschlagte Kosten: fünf Milliarden Schweizer Franken. Der Spatenstich erfolgte vor etwa einem Jahr. Die ersten Passagiere dürfen in zweieinhalb Jahren die fahrerlosen Wagen besteigen. Geschätzte 1.2 Millionen Personen sollen pro Tag die Metro benutzen. Während der Hauptverkehrszeit sind dies etwa 46'000 Fahrgäste pro Minute. Diese Zahl soll sich verdreifachen bis im Jahr 2020. Dass dieser Andrang bewältigt werden kann, fahren die neunzig Bahnen im drei bis vier Minuten Takt. 

Ich persönlich befürworte die Metro (obwohl ich hier gar nichts zu sagen habe). Trotzdem glaube ich, dass ihr Erfolg mitunter hinter den Erwartungen bleiben könnte. Gründe wären folgende:

-          Die Stadtstruktur von Dubai ist Amerikanisch und für den Massstab eines Autos konzipiert. Die Gebäude liegen weit auseinander und die Zwischenräume zeigen wenig Fussgänger freundliche Gestaltung. Kaum jemand wünscht von einem Ort zum andern zu gehen – man nimmt eine Taxe. Das überqueren von Strassen kommt bisweilen einem Selbstmordversuch gleich.

-          Die Temperaturen im Sommer sind so hoch (bis fünfzig Grad Celsius), dass man nach einer halben Minute draussen völlig verschwitzt ist und das Bedürfnis hat, eine kühle Dusche zu nehmen. Abends kühlt es zwar ab, aber die relative Luftfeuchtigkeit klettert auf eine Höhe, die nicht einmal in einem Dampfbad erreicht wird. Ich glaube also kaum, dass irgend jemand gerne den Weg von einer der 42 Stationen zur Arbeit oder nach Hause zu Fuss auf sich nehmen möchte.


 -          Die Mentalität der Leute hier (Einheimische wie Ausländer) scheint die öffentlichen Verkehrsmittel nicht zu begünstigen. Ich kenne wenige, welche den Bus benutzen – obwohl das Busnetz gut ausgebaut ist. Problematik mit den Bussen: der unregelmässige Fahrplan und dass die Busse manchmal nicht anhalten, wenn sie voll sind. Des weiteren trifft man überdurchschnittlich viele Leute aus den unteren Einkommensschichten in den Bussen an. In einer Gegend mit einem ausgeprägten, sozialen Hierarchiesystem ist dies nicht zu unterschätzen.


Ich hoffe dennoch, dass das Metroprojekt ein Erfolg wird. Nicht zuletzt damit der bräunlich-violette Schleier über der Stadt nicht noch dichter wird.

Wie alles in Dubai, wird auch die Metro in einem unglaublichen Tempo vorangetrieben. Hier einige Fotos.

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