Verschnaufspause Dubai - aus Tibet

[Sonstiges]

Obwohl ich Dubai mag, muss ich diesen verrückten Sandkasten von Zeit zu Zeit verlassen und mich in einem anderen Umfeld wieder regenerieren. So getan in den letzten Wochen: Es ging auf dem Landweg von Kunming nach Lhasa.

Hier eine kleine Ausbeute an Eindrücken:

Land

tibet land 1  tibet land 2  tibet land 3

Leute

tibet leute 1  tibet leute 2  tibet leute 3

Profane Architektur (ist schliesslich ein Architektur Blog)

tibet prof arch 1  tibet profane architektur 2  tibet profane architektur 3

Religiöse Architektur (dito)

tibet religioese architektur 1  tibet religiöse architektur 2  tibet religiöse architektur 3

Kunterbunt (um das Bild etwas abzurunden)

tibet sonstiges 1  tibet sonstiges 2  tibet sonstiges 3

All jenen, welche mir eine Meldung auf dem Blog hinterlassen haben: Vielen Dank und ich werde in den nächsten Tagen antworten.

Bur Dubai – Computer Strasse

[Architektur]

Bur Dubai gehört zu den ältesten und vielfältigsten Quartieren Dubais. Hier befindet sich der Stoffsuq, das Dubai Museum und die Bastakya, welche ich bereits früher einmal beschrieben habe. Bei Touristen (aus dem Westen) weniger bekannt ist die Computer Strasse. Meine ersten paar Wochen in Dubai lebte ich in dieser Gegend. Die Fotos dokumentieren somit mehr meine nostalgischen Gefühle als den Wirrwarr der Elektronikgeschäfte. Elektrogeräte und Al Faheidi Strasse ist sowieso ein Thema für sich: Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass sich ein funktionierendes Original in einer der vergilbten Boxen im Schaufenster befindet, welches bei Garantiefall auch anstandslos angenommen wird. Typischer Schweizer, sagen sich all die andern und schnappen sich die Bits & Bytes Kästen!

Übrigens, hier befindet sich einer der letzten arabischen Bäckereien in Dubai (die ich kenne). Das Fladenbrot duftet herrlich und schmeckt echt super!

Arab Dating

[Sonstiges]

Letzthin am Strand mit einigen Freunden: Ich staunte nicht schlecht, als ich „Mohammed“ mit „Fatima“ als Klammeraffchen übers Wasser kurven sah. Ich fand dies echt cool, schien die traditionelle Kleidung die beiden nicht davon abzuhalten, auf höchst zeitgenössische Turteileien zu verzichten.

Meine Arabischen Freunde amüsierten sich ob meinem Kommentar. Sie sahen die beiden lediglich als Tagesabschnittspartner!

Arab Dating 

Architekturvisionen in Ras Al-Khaimah 3

[Architektur]

Spaceport

Weltall Abenteuer (Space Adventures Ltd.) verkündet nicht nur, der weltweit führende Firma für „ausserirdische Erfahrungen“ zu sein, sondern auch seinen Plan, in RAK (Ras Al-Khaimah) einen kommerziell nutzbare Raumschiffstation zu bauen. Natürlich soll sich das ganze dann zu einem globalen Netz ausweiten. (Es scheint etwas paradox zu klingen, wenn jemand wortwörtlich nach den Sternen greifen möchte aber die Augen nicht von der Erde kriegt.) Kosten soll der Spass um die 265 Millionen US Dollars – Teilhaber und Mitfinanzierer ist übrigens auch die Regierung von RAK. Da bin ich wieder ´mal froh, dass man hier keine direkten Steuern zahlt, sonst hätte ich noch das Gefühl, ich würd’ die Fantasterei mitfinanzieren!

PS: Sir Branson führte auch einmal Gespräche, seine Virgin von den UAE aus ins All zu jagen!

Architekturvisionen in Ras Al-Khaimah 2

[Architektur]

Sheikh Saud plant also zusammen mit dem Developer Rakeen eine neue Hauptstadt für das Emirat. Nicht nur Snohetta sass am Zeichentisch, sondern auch OMA. Was dabei herausgekommen ist, illustrieren untenstehende Bilder.

Wohl nur wenn man mit den Augen eines Kandinskys schaut, entstand dieses Projekt aus dem Kontext.

Meine Meinung dazu:
- als konzeptionelle Architektur interessant
- als Filmkulisse zum Remake von „Metropolis“ genial
- als Studentenarbeit wohl nicht akzeptiert

Aber wie immer, ich bin nicht massgebend!

http://www.oma.eu/index.php?option=com_projects&view=portal&id=436&Itemid=10
http://en.wikipedia.org/wiki/Wassily_Kandinsky
http://www.omdb.org/movie/19
http://de.wikipedia.org/wiki/Metropolis_(Film)

Architekturvisionen in Ras Al-Khaimah 1

[Architektur]

Dubai klotzt und protzt ohne konzeptuell herausragendes zu schaffen. Abu Dhabi kauft ein, was der Weltmarkt in der Haute Couture zu bieten hat – wohl weniger der Faszination der Architektur als der wohlklingenden Namen wegen. Ras Al-Khaimah will im Gerangel um (wirtschaftlichen) Erfolg nicht hinten anstehen... Sheikh Saud plant zusammen mit dem Developer Rakeen eine neue Hauptstadt für das Emirat (Die haben wohl ihren Urlaub in Brasilia verbracht...).

Das Programm des 300’000m² grossen Eingangsgebäudes zeigt, was jeder Hybrid beinhaltet: Kongresszentrum. Ausstellungshallen, Einkaufseldorado, Hotels von vier bis fünf plus Sterne, sowie Wohnen und Arbeiten. Bei der Umsetzung dieser Vorgaben hat das Norwegische Architekturbüro Snohetta eine absolut frappante Lösung geboten. Es mag sein, dass man sich darüber streiten kann, ob diese Architektur nun rein formalistisch sei oder nicht. Ich selbst finde das Gebäude inspirierend und faszinierend. Und was bleibt einem in einer leeren Ebene schon anderes übrig, als sich mit etwas Formalismus inspirieren zu lassen – auf (geographischen) Kontextualismus kann man sich wohl nicht berufen...

Videoausstellung

[Kultur]

Bring the Noise: Seeing yourself in my brown Eyes. Furore machen: sich selbst in meinen braunen Augen sehen. Der Titel ist wohl sehr frei übersetzt. Andere Varianten scheinen mir ebenso plausibel – mir kommt es vor wie damals während den Lateinstunden...

Nun, diese Ausstellung ist eine Kollaboration zwischen der Third Line Galerie in Dubai und der Salomon Contemporary Galerie in New York. Habe aber anhand der Einladung nicht ganz kapiert, ob die Ausstellung nun ausschliesslich in den USA statt findet (14. bis 26. Juli) oder an beiden Orten. Werde einfach 'mal vorbeischauen - wohl eher in Dubai als in New York! Und hier die Beschreibung der Ausstellungsmacher: Bring The Noise sets the platform for The Third Line among the New York art world’s summer crowd, featuring the work of Arwa Abouon, Wael Shawky, Farhad Moshiri and Shirin Aliabadi. This exhibition aims to disrupt Western media discourse surrounding life in the Middle-East. The Third Line is incredibly excited about this exhibition which will bring together members of the New York and Middle Eastern art scene and art market while also promoting Dubai as an artistic hub on the international stage.

bring noise

Arabische Nachbarschaft

[Kultur]

 

Eigentlich kann ich zum Thema Nachbarn gar nichts sagen. Meine Hausmitbewohner leben ganz zurückgezogen. Ich hätte es lieber etwas anders. Ganz am Anfang hatte ich drei Nachbarn mit denen ich regelmässig einen geselligen Abend verbrachte. Dies alles lief unter dem Titel: „Bei Langeweile bitte klingeln.“ Nun sind sie alle weg.

Von den neuen Nachbarn weiss ich nicht viel. Eine Nachbarin ist Muslimin (gemäss einer einheimischen Kollegin von mir aus Marokko oder einem anderen Nordafrikanischen Staat). Sie schliesst immer schnell die Tür, wenn sich die Gelegenheit ergäbe, uns auf dem Gang zu treffen. Auf der anderen Seite lebt eine Indische Familie. Abgesehen vom Vater, bleiben alle stumm und nutzen die nächst beste Gelegenheit, aus meinem Blickfeld zu verschwinden. (Muss auf andere recht Furcht einflössend wirken...)

Vor zwei Tagen hat sich das Blatt dann gewendet: Mama kam klingeln und fragte, ob sie ihre Pflanzen bei mir in Obhut geben könne, während sie und die Kinder in Indien seien. Tja, sobald man von Nutzen sein kann, kennen einen die Nachbarn wieder... Eine andere Nachbarin besitzt einen Hund. (Tiere sind nicht erlaubt in unserem Gebäude – habe selbst auch einmal Haustiere besessen – Fische – aber nur solange bis dieses Geschenk zur beidseitigen Erleichterung ins Jenseits entschwamm.) Treffen wir uns im Lift, führt sie eine angeregte Diskussion ... mit dem Hund. Dieser nachbarliche Umgang garantiert aber keineswegs die vermeidliche Anonymität! Alle scheinen über mein Kommen und Gehen informiert zu sein – und auch über jenes meiner Gäste! Heimatliche Gefühle werden geweckt! PS: Seit kurzem ist ein ehemaliger Arbeitskollege (Portugiese) ins Gebäude eingezogen. Nun habe ich also wieder ein Opfer, welches ich mit Pasta und Wein kurzfristig belästigen kann.


pasta

 














„Schweinerei“ in Dubai

[Kultur]

In den Muslimischen Ländern gibt es so einiges, das verboten ist – unter anderem auch Schweinefleisch. Ich gehöre nicht zu den Karnivoren der Menschheit, verzichte aber ungern auf ein gutes Stück Fleisch, sollte es einmal in meine Reichweite kommen. Selbst brutzle ich die Teile nie, der Aufwand ist zu gross, die Erfolgsquote zu gering und der Zauber des Chefkochs im Restaurant nebenan zu günstig.

Beim Aufschnitt sieht das ganze etwas anders aus. Liebend gern türme ich da mal selbst fleischige Lagen auf mein Butterbrot. Während der ersten paar Monaten in Dubai begnügte ich mich mit Trutenbrüstchen und Leberwürsten. Wobei der Traum nach einer saftigen Schinkenscheibe oder einem Salami-Räderli immer stärker wurde. Es scheint wohl in der Natur des Menschen zu liegen, immer von den Dingen zu träumen, die unerreichbar sind. Doch in Dubai sind die fleischlichen Gelüste nicht so unstillbar, wie sie eigentlich sein sollten...

In vielen Supermärkten gibt es in der hintersten Ecke ein kleines Schlupfloch, welches einem ins Westliche Schlaraffenland bringt: Der Schweinefleischabteilung! Ganz unauffällig fristet die Abteilung ihr Dasein, aber wohl markiert als „Nur für Nicht-Muslime“ – wie die Erwachsenenabteilung in einer Videothek. Mir ist sie in den ersten Monaten in Dubai nicht aufgefallen. Und nun husche ich jeweils mit einem leicht beklemmenden Gefühl in die Abgründe des Verbotenen. Kaum erstaunen dürfte, dass ich in der Schweinefleischabteilung bis anhin noch nie eine muslimische Bedienung hatte. Gestern staunte ich aber nicht schlecht, als mir einer in einer Dishdash die Salami streitig machen wollte. Haram, mein Junge! (... Ich liebe diese Inkonsequenz!)

pork

Dubais Gerüch(t)eküche

[Kultur]
Dass sich in meinem Gebäude die Vielfältigkeit der Einwohner in Dubai widerspiegelt, lässt sich leit erschnuppern. Ich kann wohl darüber lachen, denn meine Wohnung liegt hinten raus und meine Klimaanlage ist nicht geteilt mit anderen Wohnungen. Somit habe ich immer Frischluftzufuhr, unkontaminierte Frischluftzufuhr meine ich. Dass dies nicht ein selbstverständliches Gut ist, muss man sich erst einmal bewusst sein.
Freunde von mir leben in einer  Wohnung, in welcher ihre Klimaanlage mit derjenigen der Nachbarn verbunden ist. Da die beiden Mieter aus verschiedenen Kulturkreisen kommen, pflegen sie auch unterschiedliche kulinarische Gepflogenheiten. Ich konnte miterleben wie wir genüsslich an einem Glas Wein nippten, während auf einmal eine orientalische Duftwolke aus dem Lüftungsschacht kroch. Ein anderes mal, die Gastgeberin ist selbst eine ausgezeichnete Köchin, wusste ich nicht ganz, ob ich das weisse Tuch nun schwenken oder mir vor die Nase halten soll: das olfaktorische Gemetzel zwischen den beiden Wohnungen war in vollem Gange, und ich drohte mittendrin unterzugehen...
Interessant sind auch die Dampfablässe der kleinen Fritten- und Kebabbuden im Erdgeschoss. Nicht selten schleicht deren würzige Note der Fassade entlang in Richtung Dachkante, nur darauf wartend unterwegs durch eine Fensterritze ins Zimmer einzudringen.

Da zurzeit aber nicht nur die Abluft dem Himmel entgegen strebt, sondern auch das Quecksilber, besteht nur geringe Gefahr, dass ein Fenster offen steht und der Duftwolke Einlass gewährt.

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