Strukturen aus Dubai

[Architektur]
Ibn Battuta Office Building  Festival City

Eis Bar in Dubai

[Architektur]

In Dubai gibt es nicht nur brütende Hitze und sengende Sonne, sondern auch frostige Kälte und Orte ohne Tageslicht. (Als gebürtiger Schweizer erinnert mich letzteres an die fiesen Wintertage: Die eisige Luft kriecht langsam die Hosenbeine hoch und dringt dann in die Knochen; das Gemüt synchronisiert sich mit dem Wetter – grau, verhangen.)

chill-out lounge 1

Eine dieser Polarattraktionen ist die Chill-Out Lounge, welche vor ein paar Wochen ihre Gefriertruhentür´ geöffnet hat. Dank eines Kollegen, welcher aus beruflichen Gründen das Teil besichtigen muss, stürze ich mich in dieses Abenteuer. Für satte CHF 20.-- erkaufe ich mir Zulassung zum Eisbunker (ein nicht-alkoholischer Drink, Miete der Daunenjacke und Handschuhe sind inbegriffen).

Bei minus sechs Grad Celsius knipse ich mich mit dem Fotoapparat durch die kitschig-süss beleuchtete Eiswelt. Mein Erdbeer-Drink kommt im Becher aus Eis. Ich setze mich auf das Eissofa – welches, gottlob, mit einem Schafsfell bedeckt ist – und blicke auf die Skyline von Dubais Sheik Zayed Road en miniature. Meine Finger werden langsam klamm und meine Nase beginnt zu laufen. Wirklich gemütlich ist’s nicht. Nachdem ich denn auch meinem fotographischen Drang nachgekommen bin, möchte ich wieder in die Wärme.

eisbar 1    eisbar 2

eisbar 3    eisbar 4

Technische Zusammenfassung:

-          Erste Eis Bar im Nahen Osten
-          Grundfläche: 220 m2
-          40'000 Tonnen bearbeitetes Eis wurden aus Ontario importiert und verbaut
-          Eisarchitekt ist die Kanadische Firma Iceculture Inc.
-          Baukosten: CHF 3.5 Mio.
-          Eröffnung: Juni 2007
-          Ort: Times Square Center

Subjektive Zusammenfassung:

-          gutes Konzept, um hohen Umsatz bei kurzen Besuchszeiten zu erreichen
-          eine verrückte Idee mehr, welche realisiert wurde
-          habe meine Drinks lieber „on the rock“ als „in the rock“
-          been there, done that

Nebenbei: Unser Abend runden wir in einer kleinen Strassenkneipe bei Türkischem Kaffee und Shisha ab.

Landmarks in analogen Städten

[Architektur]

Al Nasar Cinema 1

Das Nasar Kino war ein beliebter Treffpunkt für Indische Kinoliebhaber. Es ist nun schon seit etwa zwei Jahren geschlossen und langsam am zerfallen. Ich schlich letzthin in die Ruine und habe einige Fotos geschossen. Mir gefiel die Stimmung. Eine richtige Stadt braucht Zonen des Zerfalls!

Dass der bröckelnde Bau nicht bereits abgerissen wurde, ist erstaunlich. Die Vorstellungen wurden eingestellt mit der Begründung, ein Hotel werde auf dem Gelände gebaut. Bis anhin hat sich nichts getan.

Al Nasar Cinema 2 Al Nasar Cinema 3

Al Nasar Cinema ist ein richtiges „landmark building“ Dubais – und zwar nicht proklamiert von Werbeheinis und Verkaufsstrategen. Al Nasar Cinema dient als Adresse für die umliegenden Gebäude. Dazu muss man wissen, dass es in Dubai eigentlich keine Strassennamen gibt. Man orientiert sich an urbanen Strukturen von allgemeinem Interesse. Und das Al Nasar Cinema ist eines davon. So heisst es zum Beispiel: „unser Büro befindet sich beim Al Nasar Cinema, im braunen Gebäude mit den grünen Fenstern mit dem Kleinkindladen im Erdgeschoss.“ Für Neuankömmlinge ist dies ein Desaster. Am Anfang verstand ich weder die fremd klingenden Ortsbezeichnungen, noch konnte ich sie auf der Stadtkarte lokalisieren. Um an meine Destinationen zu kommen, las ich jeweils meine phonetisch geschriebene Kritzelei dem Taxifahrer vor – meist ein grosses Fragezeichen auf seinem Gesicht erntend. Die freundlichen Fahrer riefen dann nochmals an und fanden dann ihren Weg, die weniger freundlichen setzten mich wieder auf die Strasse.

Ohne den Gedanken zu Ende gebracht zu haben: Die Arabische Welt scheint Städte analog zu betrachten. Anhand von sozial-einprägsamen Orten werden Netzwerke, welche unabhängig von der Strassenstruktur existieren, aufgebaut und als Orientierungshilfe verwendet. In der westlichen Welt werden Städte digital aufgefasst. Anhand eines Strassennetzes wird die Stadt aufgespannt. Der Vorteil vom westlichen System: eine Stadt kann einfach kartographisch transponiert werden. Nachteil: Die digitale Information muss zuerst übersetzt werden (die Erismann Strasse ist nicht per se als solche erkennbar, das Al Nasar Kino jedoch schon). Interessanterweise scheint mir das Arabische Wegbeschreibungssystem eigentlich besser zusagt als unser Europäisches.

Kleiner Nachtrag: Was geschieht mit einem Landmark Building, welches seiner sozialen Aufgabe enthoben wurde – wie das Al Nasar Kino? Zurzeit wirk es immer noch als Referenzpunkt. Sobald aber zu viele Leute in Dubai nicht mehr wissen, wo es ist, weil man dort nicht mehr ins Kino gehen kann, verliert es seine Bedeutung. So geschehen mit dem Strand Cinema. Dieses Kino wurde etwa vor drei Jahren geschlossen und vor zwei Jahren abgerissen. Nun wird an dieser Stelle ein Neubau hochgezogen. Die Referenz des Strand Kino wird nur noch von Leuten verstanden, welche einige Jahre in Dubai gelebt haben.

Entlang Sheik Zayed Road

[Architektur]

Eigentlich eine siebenspurige Autobahn, dennoch tuckert man auf der Sheik Zayed Road während der Stosszeiten in Nerven zermürbendem Tempo. Ich bin generell etwas störanfällig bei Stau, besonders wenn ich selbst hinter dem Steuer sitze. Abhilfe verschaffe ich mir dann meist mit klassischer Musik.

Heute sass ich auf dem Beifahrersitz und lenkte mich nicht mit der Musik ab sondern mit der Kamera. Die Bilder sind etwas mehr als eine Stunde alt… warme Semmeln also.

1. Foto: Dubai Metro Track im Vordergrund, Burj Dubai mit Downtown Dubai im Hintergrund

2. Foto: Das Paradebeispiel eines Hochhauses, welches zur Werbesäule mutiert ist

3. Foto: Emirates Towers, Unicorn Tower, Capricorn Tower und Big Ben, welcher zwischendrin hoch wächst.

sheik zayed road 1  sheik zayed road 2  sheik zayed raod 3

Kunst in Dubai

[Kunst]

Während Ramadan mögen viele die mentale Entspannung in religiösen Aktivitäten suchen. Als Nicht-Muslim muss ich dafür andere Wege finden. In Al Quoz gibt es eine Strasse, in welcher sich gleich mehrere Galerien niedergelassen haben. Dort bin ich letzthin wieder einmal umhergestöbert und habe folgendes entdeckt:

The Third Line Gallery

Rana Begums Arbeiten erforschen Farb- und Linienmuster. Die Sicherheits- und Isolierbänder auf dem metallenen Grund und mit glänzendem Lack fixiert, faszinierten mich vor allem auf den zweiten Blick.

Finde ich eine der interessantesten Galerie in Dubai!

rana begum 1  rana begum 2

B21 Gallery

Ghass Rouzkhosh Bilder sprengen den Rahmen. Der gebürtige Iraner scheint sich im in der Farbpalette mehr einengen zu lassen als durch irgendwelche Flächenbegrenzungen.

Eigenwillige Galerie, meist einen raueren Ansatz gegenüber Kunst als ich es mir gewohnt bin und deshalb absolut besuchenswert.

ghass rouzkhosh 1 ghass rouzkhosh 2

The Courtyard

Eine Ansammlung von Designerläden, Kunsthandlungen, Galerien und Restaurants. Ich habe mir ein Plätzchen im Restaurant ergattert und von dort aus meinen Blick über die künstliche Kunst schweifen lassen.

Schöne Atmosphäre und gute Durchmischung des Angebots.

space edition at court yard 1  space edition at courtyard 2

Exotica

Ein wildes Durcheinander an fernöstlichen Möbeln und Nippsachen. Was alt, was auf alt gemacht und was neu ist, findet man meist nicht so schnell heraus.

Eine Entdeckungsreise nach Asien ohne Dubai zu verlassen!

exotica 1  exotica 2

Vielleicht wäre etwas mehr Qualität statt Quantität hilfreich gewesen – vor allem in Anbetracht dessen, dass ich am gleichen Tag noch zwei weitere Design/Möbel/Galerien etwas weiter weg besucht habe. Aber egal, so bin ich nun mal.

Architektonische Extravaganza in Dubai

[Architektur]

Aperion 1

Aperion will das Teil genannt werden. (Wieder einmal ein Wort der griechischen Metaphysik entrissen! Für all jene, welche ihre Wissenslücke füllen wollen, hier der Link zu Anaximander von Milet, 611-545 v. Chr., welcher den Begriff einfeführt hat. – Ich selbst habe den Text nicht gelesen.)

> Ein 7Sterne Ressort auf einer künstlichen Insel vor Dubai und nur per Hubschrauber oder Boot erreichbar – exklusiv aber bereits bekannt von Alcatraz.

> Unterwasserrestaurants und –Fitnessräume sollen die betuchte Gästeschar bei Laune halten – im Gegensatz zur Ostküste ist das Meer vor Dubai trüb und beinahe ohne Leben, das ideale Umfeld für ein gehobenes Neptunrestaurant.

> Ein Schmetterlings-Dschungel ist ebenfalls geplant – arme Viecher, aber sie werden’s nicht merken. Hätte allerdings nichts gegen ein Papillorama auf dem Festland zu haben, würde die gaukelnden Edelsteine bestimmt auch besuchen gehen (aber das kann ich ja auch in der Schweiz).

Im Prinzip fahre ich voll auf konzeptuelle und formalistische Entwürfe ab. Diese Louis XV Halskrause haut mich aber nicht aus den Socken (vielleicht weil ich gerne selbst einen Entwurf für so ein Teil machen würde (?), vielleicht aber auch weil ich in meiner Freizeit immer Barfuss in den Badelatschen herumschlurfe). Wie dem auch sei, das Konzept wurde einem Investor verkauft, und man darf annehmen, dass es entweder stillschweigend im Meer versinkt oder in ein paar Jahren in allen Medien als das neue Weltwunder angepriesen wird.

Aperion 2

Sharjah Eye

[Architektur]

In Anlehnung an das London Eye hat sich auch Sharjah, Dubais Nachbarstadt, ein Riesenrad zugelegt. Die Attraktion ist nicht neu, aber ich war gestern das erste Mal drauf. Und es hat Spass gemacht.

Am Fusse des Riesenrades befindet sich Al Qasba, ein kulturelles und Familien freundliches Zentrum in Sharjah. Während der kühleren Abende tummelt sich ein buntes Volk zwischen den Verkaufsständen. Man schlendert den Kanal entlang, besucht eine der Galerien (die Ausstellungen sind normalerweise recht gut) oder setzt sich in eines der zahlreichen Cafes und betrachtet die vorbeiziehenden Leute.

Gestern war es allerdings etwas ruhiger, zum einen weil es kein Wochenende war, zum andern weil wir um die Zeit des Ramadan-Abendgebets Al Qasba besuchten. Wir hätten uns auch gerne in eines der netten Cafes gesetzt, doch in Sharjah wird weder Alkohol ausgeschenkt noch Shisha angeboten. Und so machten wir uns alsbald wieder auf den Weg nach Dubai.

al qasba sharjah eye

Frische Datteln

[Sonstiges]

Es ist wieder so weit: Frische Datteln sind auf dem Markt! Bei den meisten anderen Früchten würde mir bei dieser Aussage das Wasser im Mund zusammenlaufen, nicht so bei Datteln. Dies liegt allerdings nicht an der Frucht, sondern an der Frische. Frische Datteln sind hart und trocken. Zudem schmecken sie wie Holz. Vom zart-süssen Fleisch der getrockneten Frucht ist noch nichts zu erahnen.

Während eines Besuches bei einem betuchten, einheimischen Kunden, wurden mir handverlesene, frische Datteln angeboten. Bis anhin hatte ich noch nie frische Datteln gekostet und war somit besonders Neugierig auf den Geschmack. Nach diskretem drücken meiner Dattel in der Hand, entschied ich mich in die etwas dunklere und weichere Seite zu beissen. Aus meinem Augwinkel konnte ich sehen, dass andere Gäste bisweilen nur die halbe Frucht assen und die andere Hälfte beiseite legten. Ich tat dem gleich und biss meine dunklere, süsseren Seite ab und entledigte mich der gelben, hölzernen Hälfte. Bei der zweiten Dattel wollte ich genau gleich verfahren. Gott sei dank sah ich jedoch, dass alle anderen anwesenden die hellere Seite bevorzugten und die dunklere verschmähten. Im Nachhinein bestätigte mir jemand, dass die frischen Datteln gelb und bissfest seien und etwas hölzern schmeckten. Er fügte noch hinzu, nicht alle würden frisch Datteln mögen und er die getrockneten vorziehe. (Ich übrigens auch.)

Noch etwas anderes zum Thema Datteln: Traditionellerweise wird das Fasten während Ramadan am Abend mit einer Dattel gebrochen. Anschliessend geht man zum Gebet in eine Moschee und erst danach wird das Iftar (Abendessen) zu sich genommen. Selbstverständlich folgen nicht alle Leute diesem Schema.

frische datteln  getrocknete Datteln

Arabische Jahreszeiten

[Kultur]

Eigentlich sollten es die Jahreszeiten sein, welche das Kalenderjahr in überschaubare Abschnitte unterteilt. In Dubai ist dieses Unterfangen allerdings etwas schwierig: Die Sonnenscheindauer während den verschiedenen Jahreszeiten ist annähernd dieselbe. Wolken gibt’s nach demselben Prinzip wie Sechser im Lotto. Die Temperaturen schwanken konstant zwischen heiss und sehr heiss (also in jener Region, wo man Unterschiede kaum spürt). Ok, vielleicht geht der Wind jetzt im Herbst etwas stärker. Aber der Sand drückt auch während der anderen Jahreszeiten durch jede noch so kleine Ritze. Und ob es auch der aufgewirbelte Sand ist, welcher die Fernsicht trübt, oder nicht doch die Luftverschmutzung, man kann’s (noch) nicht erschnüffeln.

Was das Jahr in Dubai viel mehr zu gliedern vermag als das Wetter, ist ein kulturell-gesellschaftlicher Anlass: Ramadan. Der Fastenmonat richtet sich nach den Mondphasen und verschiebt sich deshalb jedes Jahr um zehn bis dreizehn Tage nach vorn. Ramadan beginnt heute und endet nach einer kompletten Mondphase (was einem knappen Monat entspricht) mit den Eid Fest.

Trotz der Geschäftstüchtigkeit breitet sich während Ramadan eine sinnliche Stimmung, und das Leben verlangsamt sich. Ersterem liegt wohl zugrunde, dass man sich mehr Zeit für Familie und Freunde nimmt; letzterem, dass sich der Tagesrhythmus dem Fasten anpasst: Der Arbeitstag beginnt später, die Mittagspause entfällt, der Nachmittag ist (theoretisch) frei.

Apropos Fasten: Als Westler verstehe ich unter „fasten“: a) Kein Fleisch oder Süssigkeiten essen und b) generell weniger essen. Im Arabischen Raum meint „fasten“ lediglich: Keine Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme während des Tages. Nachts darf also doppelt zugeschlagen werden! Manche meiner muslimischen Freunde leiden somit mehr unter den Folgen der Nächte als unter den Strapazen des Tages und bekennen: „Während des Fastenmonats nehme ich zu.“

Ramadan Kareem!

dubai cloud

Dubais Megaprojekte

[Architektur]

Heute bei Gulfnews entdeckt...

... und heute auf dem Dubaiblog verlinkt.

Viel Spass beim erkunden der (offiziellen) Megaprojekte in Dubai.

megaprojekte in Dubai

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