|  2007-10-30
Von André Meyerhans @ 20:40 Letzthin war ich wieder einmal auf der Palm Jumeirah. Vom Ende des Stammes führt ein Tunnel auf die halbkreisförmige Quaimauer, welche die Palme umgibt. Gleich beim Ausgang befindet sich die Umspannstelle für die umliegenden Hotelanlagen. Und da hab’ ich folgende Architektur bewundern dürfen:

Erst erkannte ich es gar nicht als Windturm, dann dachte ich, es sei ein architektonischer Witz, da nicht einmal die Diagonalwände, das wichtigste Element, erhalten blieben. Je länger ich aber darüber nachdachte, desto mehr kam ich zum Schluss, dass sich daraus eine neue, regionale Architektursprache ableiten liesse. Das Prinzip läge dann im Aushöhlen der Form, auf dass die ursprüngliche Form nicht mehr erkennbar ist und die so entstandene Struktur entweder als eigenständiges Grippe dastehen oder neu „gefüllt“ werden könnte. (Sollte dieser Gedankengang noch etwas unverständlich klingen, liegt es wohl daran, dass ich hier alles noch etwas unverdaut serviere. Sollte ich irgendwann einmal die Gelegenheit finden, das Prinzip auszuprobieren, werde ich bestimmt noch einmal darauf zurückkommen.)
Ein bisschen Hintergrundinformation zum Windturm: Traditionelle Häuser im arabischen Raum weisen häufig einen Turm auf, welcher das eigentliche Gebäude überragt. Der obere Teil des Turmes ist auf allen Seiten offen. Der Turm selbst ist mit zwei diagonalen Wänden unterteilt. Kommt nun aus irgendeiner Richtung ein noch so kleines Lüftchen, entsteht auf der Wind zugewandten Seite ein Überdruck, auf der Wind abgewandten Seite ein Unterdruck. Kühlende Luft wird somit den Turm hinunter in den darunter liegenden Wohnraum gedrückt, wo der Überdruck herrscht; auf der Seite mit Unterdruck, wird die warme Luft aus dem Raum gesogen. Häufig wurden auch noch feuchte Tücher in den Windturm gehängt. Dank der Verdunstung wurde die Luft noch etwas kühler. Übrigens, Im Windturm spielt der Kamineffekt eine untergeordnete Rolle.

2007-10-26
Von André Meyerhans @ 08:42 Gestern besuchte ich eine Indisch-Muslimischen Hochzeit, das heisst lediglich den so genannten Empfang. Zur eigentlichen Hochzeit, einen Tag zuvor, war ich nicht eingeladen.
Ja, in letzter Zeit häufen sich die Berichte über Hochzeiten auf diesem Blog. Dies wohl aus zwei Gründen: Erstens, Hochzeiten sind etwas sehr kulturspezifisches und somit absolut einen Bericht wert und zweitens, meine Freunde und ich scheinen sich im heiratsfähigen Alter zu befinden.
Nun, wie gesagt, dieser Anlass war Indisch-Muslimischer Natur. Gemäss Einladung war ich Punkt acht Uhr da. Etwas zu früh, aber dadurch erhielt ich die Gelegenheit, mich mit den Verwandten des Bräutigams zu unterhalten (welche ich gar nicht kannte). Die Frauen kamen allesamt in schwarze Abayas verhüllt herein, zeigten dann aber ihre bunten und reich verzierten Saris. Schliesslich betrat das Brautpaar in den Saal, allerdings nicht gemeinsam – der Gemahl ganz selbstbewusst alleine, die Braut umringt von ihrem Hofstaat. Auf der Bühne nahmen beide auf Thronähnlichen Sitzen platz. Während den nächsten drei Stunden ereignete sich immer dasselbe: Leute gingen zum Brautpaar, gratulierten, übergaben Geschenke und posierten für ein Foto. – Echt bewundernswert, die die beiden Hauptakteure dieses Prozedere mit einem Lächeln auf sich nahmen. – Als NIP (not important person) warteten wir geduldig, bis wir an die Reihe kamen.
Selbstverständlich gab’s auch zu essen. Gottlob haben wir vor Gebrauch die Instruktionen vorgelesen bekommen: Obwohl Männlein und Weiblein in einem Raum feierten, wurde das Essen in getrennten Räumen angeboten.
Spannend war auch, dass nach Geschenkübergabe, Fototermin und Völlerei, die Leute gingen. Und so leerte sich der Saal kurz nach Mitternacht.

2007-10-23
Von André Meyerhans @ 17:27 Während ich mich ausserhalb von Dubai vergnügte, wurde in der Stadt fleissig weiter gebaut. Ein interessantes Pflaster ist der Financial District. Norman Fosters Hochhaus wächst dort in die Höhe - ein eindrücklicher Bau, dessen Entwicklung ich gerne verfolge. Erste Nebeninformation: Hier wird die grösste Gleitschalung der Welt verwendet. Zweite Nebeninformation: Wohnungen gibt's noch zum Vorzugspreis von etwas über CHF 7000.-- pro Quadratmeter.
Auch das Ritz Calton baut einen Komplex. Dieser ragt bereits mehrere Stockwerke aus dem Boden heraus. Architektonisch scheint es allerdings nicht ganz so umwerfend zu sein wie der Foster Bau.
Die Erdbewegungen gehen schon weiter, und man kann das unterirdische Rückgrad erkennen, welches vom Gate bis zum Al Murooj Rotana Hotel hochführt.
Auf dem zweiten Bild schaut man über die Baustelle des Financial Districts auf die Sheik Zayed Road.

2007-10-21
Von André Meyerhans @ 16:53 Wieder einmal ein Bericht aus dem Iran - aus aktuellem Anlass, da ich soeben aus Teheran zurückgekommen bin. Zwei Dinge Dir mir dieses Mal besonders aufgefallen sind:
Als ich per Taxe vom Imam Khomeini Flughafen nach Teheran fuhr, erstaunte mich die Kreativität, mit welcher mein Perser die linearen Strukturen auf der Strasse interpretierte: Mal auf der gestichelten Linie fahren, mal dazwischen, dann wieder im Slalom um die Striche schlängeln – Präzisionsüberholen mit zehn Zentimeter Abstand und hundert Stundenkilometer – wohl gemerkt auf der linken Seite der gelben Linie (markiert die Abgrenzung der Strasse), Auffahren um Haaresbreite, Licht hupen, um dann rechts auszuscheren und das fahrende Hindernis hinter sich liegen zu lassen. Mir sind diese todesmutigen Fahrmanöver bekannt, aber die Erinnerung lässt sie immer wieder verblassen. Und so dauert es immer wieder eine gewisse Zeit, bis ich mich trotz dieses Himmelfahrtskommandos der interessanten Umgebung annehmen kann.
Zweite Geschichte: Die Schweizer Wahlpolemik schafft's sogar auf die Mattscheiben in den iranischen Haushalten... Sie hat unsere Diskussion, welche parallel dazu verlief, ins Stocken gebracht, und ich musste mir etliche Erklärungen aus der Nase klauben, warum wir Schweizer so sind wie wir sind. (Obwohl mir das bisweilen selbst schleierhaft ist.)
PS: Für lesesüchtige Blogkonsumenten sei das NZZfolio vom Februar 2007 über Teheran empfohlen.

2007-10-18
Von André Meyerhans @ 15:57 ... Berichterstattung 2007.
Die Stände sind ebenso imposant wie die Modelle.


Im Cityscape Magazin gab's interessante Berichte - auch über Zaha Hadid. Mehr dazu in der Galerie. 2007-10-17
Von André Meyerhans @ 19:57 Gegensätze:

Liebe zum Detail:

Let's twist again...

Was Pamela Anderson mit ihrem Vorbau, das die Developer mit ihrem Aufbau:

Träume aus dem Morgenland:

Trendfarbe der Saison: Blau

Wenn der Architekt nichts mehr weiss, macht er einen Kreis.

Highlight 1: Nakheels Präsentation - absolut sehenswert!

Highlight 2: Sheikh Mohammed (hatten leider etwas wenig Zeit...)

2007-10-16
Von André Meyerhans @ 17:58 Vorankündigung
Ereignis: Cityscape Dubai
Wann: heute, morgen und übermorgen (nicht verpassen!)
Was: Architektur, Investition & Networking (werde mich auf die Architektur konzentrieren)
Besichtigung: Werde morgen hin gehen (sofern der Stau mich nicht daran hindert)
Berichterstattung: Sobald ich die Endrücke verarbeitet habe (kann Wochen dauern)
Von André Meyerhans @ 17:52 Dass sich Dubai innerhalb von kurzer Zeit aus dem Nichts zu einer Metropole gemausert hat, wissen alle. Den Bericht und die Bilder, welche heute in der Zeitung zu finden waren, finde ich trotzdem eindrücklich.


2007-10-15
Von André Meyerhans @ 17:48 2007-10-09
Von André Meyerhans @ 16:24 Iftar in einem „Luxus“ Hotel In einer relativ grossen Gruppe stürmen wir das Iftarzelt, welches direkt am Strand aufgebaut worden ist. Ob ein solches Zelt auf die Wurzeln des Nomadentums zurückgreift oder dem Hotel einfach zusätzliche Restaurantfläche beschert, beurteile ich je nach Stimmung anders. Endlose Tischreihen schlängeln sich von einer Stoffwand zur anderen. Die Bestuhlung ist meines Erachtens etwas zu eng – nicht dass ich Probleme wegen meiner Körperfülle hätte aber ich gestikuliere gerne beim Reden... In Sachen Buffet gibt’s nichts zu meckern. Hier wird alles geboten, was ein richtiger Iftar-Liebhaber sich erträumt. Ausnahmsweise stehen auch alle ganz artig an, um sich aus den verschiedenen Töpfen, Schalen und Platten zu bedienen. Am interessantesten finde ich, wie einem das Lammfleisch und der Reis von Hand (ok, das Servicepersonal trägt transparente Gummihandschuhe) in den Teller geschöpft wird. Ich verabschiede mich relativ früh – habe noch ein anderes Programm. Was ich von diesem Anlass mitnehme: Iftars werden gross inszeniert. Viele Leute, hoher Geräuschepegel und hohe Dichte gelten als Indikator für ein gelungenes Fest bei den 5sterne Hotels. Dies ist nicht ganz deckungsgleich mit meiner Vorstellung vom edlen Gästehaus: Ich schätze wenige Leute, ruhig Atmosphäre und zuvorkommende Bedienung. Tja, vielleicht sollte ich mich endlich anpassen!

PS: Vielleicht schaffe ich es noch, morgen eine weitere Iftar-Episode auf den Blog zu stellen. Falls nicht, wünsche ich allen schon jetzt ein frohes Eid Fest - Eid Mubarak. |