Zaha Hadids Oper in Dubai

[Architektur]

Ein imposantes Modell des Lagoons Projektes kann man zurzeit in der Einkaufsarkade der Emirates Towers bewundern. In einer Ecke wandert Zahas Sanddünen-Oper übers Modell. Prinzipiell gefallen mir Hadids Arbeiten aber in Anbetracht ihrer Präsenz in dieser Gegend lechze ich langsam nach anderen kreativen Köpfen. (Allerdings nicht nach jenen, welche die Zapfenzier-Eislutscher im Zentrum des Lagoons Projektes ersannen.)
Hadid Projekte in den Vereinigten Arabischen Emirate:
-          Oper in Dubai
-          Dancing Towers in Dubai
-          Bürogebäude in Dubai
-          Performing Arts Center in Abu Dhabi

-          Sheikh Zayed Brücke in Abu Dhabi (scheint eine ewige Baustelle zu sein)

zaha hadid oper dubai

lagoons dubai hadid oper

Kunstmesse in Abu Dhabi

[Kunst]

Besuch einer Antiquitätenmesse in Abu Dhabi letztes Wochenende: Interessantester Aussteller war meines Erachtens Tradigital. Die Firma spezialisiert sich darauf, Auszüge historischer Bücher der Islamischen Welt digital nachzuzeichnen und lithographisch zu reproduzieren. Damit werden kulturelle Hinterlassenschaften der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Tradigital sieht ihre Printbögen weniger als Exponate für Museen sondern als Sammelobjekte für Liebhaber.

Mich hat weniger die Reproduktion an sich begeistert, obwohl diese gemäss meines Laienauges von hoher Qualität war, sondern das Spiel zwischen manuellem, maschinellem und digitalem Medium. Während Tradigital stets versucht, möglichst nahe am Original zu bleiben, sehe ich in der Veränderung, welche bei einem Mediumwechsel jeweils entstehen als Potential. Losgelöst vom Original, vielleicht nur mit einer Referenz zum Ursprung, könnte sich das Vokabular viel mehr selbständig machen. Dies jedoch ist nicht Tradigitals Bestreben, könnte aber einer der Ansätze sein, eine zeitgenössische, arabische Architektursprache aufzubauen.

Bei den anderen Ausstellungsobjekten hatte ich das Gefühl, dass der halbe Europäische Adelsstand sein ausgemustertes Inventar feilbieten möchte. Die Üppigkeit der Formensprache vermochte mein auf Minimalismus eingestelltes Herz nicht zum hüpfen zu bringen. Einen meiner Kommentare in dieser Richtung wurde mit der folgenden Bemerkung gekontert: Europäer durchstöbern die Souks, Araber wühlen in Flohmärkten – was den einen überdrüssig, gefällt den anderen. Ein Kulturaustausch, der für beide Seiten interessant ist! Stimmt man zudem darin überein, dass das Angebot die Nachfrage widerspiegelt, dürfen solche Messen als Spiegel des gesellschaftlichen Geschmacks gewertet werden.

Für all jene, welche Lust auf Sozialstudien oder Kunst haben: Die Kunstmesse findet mit dieselben Aussteller vom 12. bis 15. Dezember 2007 in Dubai statt.

Andere Messen, welche zurzeit besuchenswert wären aber ohne mich auskommen müssen:

Art Paris in Abu Dhabi: 27. – 29. November 2007

Big Five in Dubai: 25. – 29. November 2007

expo abu dhabi litho islam book

anique art expo

Interview mit einer Emirati

[Kultur]
Was gibt es besseres als Einheimische über Dubai berichten zu lassen? In diesem Sinne habe ich einige Emiratis gefragt, ob sie bereit wären, ein paar Fragen zu beantworten. (Hier ein früheres Interview)

Das folgende Interview führte ich mit Amina am Sonntag, 11. November 2007, und Dienstag, 13. November 2007. Unsere Unterhaltung wurde schriftlich notiert.

amina


Amina, was, abgesehen von Deinem Namen, möchtest Du, dass die Leser über Dich wissen?

Ich bin 24 Jahre alt und habe eine 3jaehrige Tochter. Zu meinen Hobbys gehören tauchen, mich mit Freunden treffen und sammeln von alten Münzen und Noten der Vereinigten Arabischen Emirate. Ich bin hier geboren und aufgewachsen zusammen mit meinen vier Schwestern. Brüder habe ich keine.

Wenn Du sagst, Du seiest Emirati, ist Deine Familie irgendwann einmal eingewandert oder seid Ihr schon seit immer in dieser Gegend gewesen?

Ich habe persische Wurzeln. Meine Urgrosseltern wanderten ein, aber meine Grosseltern wurden bereits hier geboren.

Was ist aus Deiner Sicht die grösste Veränderung, welche Dubai in den letzten beiden Jahren erfahren hat?

Die grösste Veränderung sehe ich im sozialen Bereich. Früher sah man sich viel öfter. Heutzutage muss man Kompromisse machen, will man mit der Geschwindigkeit Dubais mithalten. Man verbringt nun mehr Zeit, die Vision Dubai zu verwirklichen als sich auf sich selbst zu fokussieren.

Man sagt, dass in der Arabischen Welt die Familie einen höheren Stellenwert hat als in der westlichen Hemisphäre. Erzähl ein bisschen, wie Dein Familienleben aussieht.

Der engere Familienzusammenhalt ist religiös und kulturell bedingt; religiös im Sinne, dass der Koran einen dazu anhält, die Eltern und die Familie zu ehren. Kulturell verankert ist hingegen, dass die Familie sich am Freitag bei den Grosseltern trifft. Während dies früher erwartet wurde, ist dies einem heute freigestellt. Ich freue mich jeweils auf dieses Zusammenkommen. Auch viele Freunde und Nachbarn kommen zum Haus meiner Grosseltern. Mein Grossvater empfängt die Männer im Majlis; wir Frauen treffen uns im Haus. Nach dem Mittagessen bleibt nur unsere Familie im Haus, und Männer und Frauen setzen sich zusammen. Die Bindungen unter den Frauen sind normalerweise stärker als unter den Männern. Dies ist auch der Grund weshalb wir uns im Haus der Eltern meiner Mutter treffen.

Die traditionelle Arabische Architektur hat getrennte Eingänge für Männer und Frauen, zwei Küchen, wobei eine draussen ist, eine hohe Mauer umgibt das Grundstück,  ... wie sieht Dein Haus aus?

Das Haus meiner Eltern, wo ich auch wohne, besitzt einen grossen Vorgarten. Dort empfängt mein Vater seine täglichen Gäste – natürlich nur während des kühlen Winters. Im Sommer werden sie jeweils ins formelle Majlis gebeten. Während Ramadan stellen wir ein Zelt als „Ort der Begegnung“ auf. Freundinnen meiner Mutter oder mir kommen normalerweise am Morgen oder am Wochenende. Wir sitzen in den informellen Räumlichkeiten im Haus zusammen. Es gibt zwei Küchen – die so genannte schmutzige Küche fürs Kochen und die saubere Küche zum Anrichten – und zwei Eingänge – einen für Männer und einen für Frauen.

Wie möchtest Du einmal wohnen? Wie sieht Dein Traumhaus aus?

Aussen soll das Haus traditionell sein mit modernen Komponenten. Es soll grosse Fenster und einen offenen Grundriss haben. Zudem wünsche ich, dass es sich über verschiedene Ebenen und um einen Hof entwickelt. Gesellschaftlich möchte ich stets eine offene Tür für alle haben und keine Trennung irgendwelcher art vornehmen.

Nenne drei Dinge, welche Du typisch Arabisch findest.

-          mündliche Kommunikation / gesellschaftlicher Umgang
-          warme Gastfreundschaft / Grosszügigkeit
-          starke Familienbanden / Beziehungen

Was möchtest Du Deinen Kindern auf den Weg geben?

Dass die Tradition ein Teil ihrer Identität ist – innerlich wie äusserlich. Ich würde mich wohl freuen, wenn meine Tochter einmal die Abaya trüge. Sie sollen Verständnis für unsere Geschichte haben und den Wert unserer Kultur kennen. Zudem wünschte ich mir, dass sie sich für Kunst interessierten, vor allem für Arabische Poesie.

Wenn Du ausgehst, dann nur mit anderen einheimischen Freundinnen oder ist Deine Gruppe kulturell gemischt und sind auch Jungs dabei?

Wenn ich ausgehe, geschieht das etwa
20% mit einheimischen Freundinnen
20% mit meinen Freunden aus der Universität (Männer und Frauen von verschiedenen Kulturen)
10% mit meiner Familie
50% berufliche Verpflichtungen

Das bringt mich zum nächsten Thema: Jemanden kennen lernen und heiraten, wie geht das, wenn Jungs und Mädels so getrennt aufwachsen und leben?

Früher war das bestimmt etwas komplizierter. Heute trifft man sich an der Universität oder bei der Arbeit. Dass man sich über die Familie und Freunde kennen lernt, bleibt als Möglichkeit immer noch bestehen. Zudem Erhöhen sich die Erwartungen an einen Partner, je mehr man erlebt und die Welt gesehen hat. Ich selbst war in einer gemischten Primarschule, dann in einer reinen Mädchenschule auf der Sekundarstufe und wieder in einer gemischten Klasse an der Business School in London.

Wie steht es mit reisen? Geht’s alleine um die Welt und wohin hat es Dich bis anhin verschlagen?

Ich reise sehr gerne. Etwa alle drei Monate breche ich meinen täglichen Trott und gehe ins Ausland. Ich reise mit meiner Familie, mit Freunden und geschäftlich. Am meisten geniesse ich reisen im familiären Kreis.

Denkst Du, Du wirst einmal im Ausland leben und arbeiten?

Ich habe mir das auch schon überlegt – aber wenn, dann nur für einen kürzeren Aufenthalt. Dubai verändert sich so schnell, dass ich sonst das Gefühl habe, hier etwas zu verpassen. Vielleicht zwei bis fünf Jahre. Ich glaube das wäre eine gute Erfahrung.

Augenfällig an der hiesigen Kultur ist unter anderem die Kleidung. Was kannst Du zur Abaya und der Hijab sagen? Was bedeutet sie Dir?

Mehr religiös als kulturell ist die Hijab (Kopftuch); mehr kulturell als religiös ist die Abaya. Mir persönlich wird von niemandem vorgeschrieben, wie ich mich in der Öffentlichkeit zu kleiden habe. Ich habe also die freie Wahl. Da ich daran glaube, trage ich die Abaya und die Hijab. Sie sind teil meiner Identität und meiner Kultur. Früher waren die Abayas einheitlich und schmucklos. Dies hat sich geändert, und es gibt eine grosse Vielfalt an Schnitten und farbenfrohen Verzierungen. Ich kann mir auch vorstellen, dass es nicht mehr lange dauert und der zurzeit noch übliche, schwarze Stoff wird farbig – erst vielleicht noch in verhaltenen Tönen.

Zurzeit ist das generelle Verhältnis zwischen Nahem Osten und Westen etwas getrübt. Was könnte Deiner Meinung nach der Westen tun, um dies zu ändern?

Die Medien spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Massen von Leuten eine Vorstellung von etwas zu geben. Wirksamer als politische Massnahmen, denke ich, wäre somit eine Zusammenarbeit in der Filmindustrie – im Unterhaltungs- wie im Dokumentarbereich. Auch die Kunst würde sich als ideale Brücke des Verständnisses anbieten. Sei es nun durch Ausstellungen oder Anlässe.  Wichtig finde ich auch die Ausbildung: Die arabische Geschichte könnte vielleicht etwas ausführlicher behandelt werden im Westen. Auf Universitätsniveau findet bereits ein reger Austausch statt, dank gemeinsamen Projekten, Studienreisen und Austauschprogramme.

Nun dieselbe Frage andersrum: Was könnte Deiner Meinung nach der Mittlere Osten tun, um das Verhältnis Ost-West zu verbessern?

Wir sollten Probleme pro-aktiver angehen, statt sie zu beklagen. Wir sollten Dinge nicht als Barrieren sehen, sondern etwas schaffen, wovon alle profitieren. Dubai Cares kann als löbliches Beispiel genannt werden: Es ist das erste mal, dass ein Land und nicht eine Institution eine solche Hilfsaktion auf die Beine gestellt hat. Führung und Zusammenarbeit haben sich perfekt ergänzt.

Nenne drei Dinge, welche sich in Dubai in den letzten Jahren verbessert haben und drei, welche sich verschlechtert haben.

Positiv entwickelt haben sich
1.       das Schulsystem
2.       die Vielfältigkeit im Arbeitsangebot (vielleicht persönlich bedingt)
3.       die Art, wie (gesellschaftlicher) Wechsel angenommen wird

Eher negativ finde ich, dass
1.       die sozialen Kontakte schwächer und westlicher werden
2.       Dubai grossflächig wächst (ich vermisse das alte Dubai, wo man in der Nachbarschaft einen Spaziergang machen kann)
3.       die Lebenserhaltungskosten so massiv steigen

Ein Geheimtipp von Dir: Wohin sollte ich mit meinen Freunden ausgehen?

Ich treffe mich am liebsten zu Hause – bei mir oder bei Freunden. Japengo an der Jumeirah Beach Road besuche ich auch gerne. Es existiert schon seit acht Jahren oder so, und wir gehen regelmässig dort hin.

Wir sind am Ende des Interviews. Vielen Dank für Deine Einblicke in die Emiratische Kultur. Was möchtest Du den Lesern noch auf den Weg geben?

Die Sprache ist der Schlüssel zu einer Kultur. Es wäre schön, wenn man in Dubai arabisch spräche.

 

And here for my English-speaking friends:

Wouldn’t it be best to have a local talking about Dubai? In this regard, I have asked a few Emirati to share their views on life in Dubai with us. (See previous interview)

I met with Amina Sunday, 11th November, and Tuesday, 13th November, and noted our conversation in writing.

amina

Amina, what besides your name would you wish the readers to know about you?

I am 24 years old and have a three-year-old daughter. I like scuba diving and socializing as well as collecting old coins and notes from the UAE. I have been born and raised in Dubai together with my four sisters. I don’t have any brothers.

When saying you are an Emirati, how far back do your family roots go?

My family comes originally from Persia. However, having said that, already my grandparents have been born here.

What do you think has changed most in Dubai over the past few years?

Social life has changed most. We had more time to see each other. Dubai is very turbulent now. When going at the pace of Dubai, one needs to compromise. So to say, one spends more time being part of building Dubai than focusing on you.

Presumably, family has a higher value in the Arab world than in the Western world. Please tell us, how your family life looks like.

There are two reasons for our close family relationship – one lies the religion and one in the culture. Quran tells us to treat our parents well because they raised us and have given us much. Rooted in tradition is that families usually gather every Friday. While there was no choice but to attend these get-togethers during our grandparents’ time, you may decide yourself whether to join or not nowadays. In my case, I prefer our communal Fridays to any other activity. As my grandfather is well known in the neighborhood, many non-family related people come to my grandparents’ house, too. Men gather in a separate majlis until after lunch. In the afternoon, when only family members remain in the house, we all sit together. When I refer to my grandparents’ house, I mean the house of my mother’s parents. It is because the family bond between women is stronger than between men.

Traditional, Arab architecture knows separated entrances for men and women, has two kitchens and a high wall along the property limits. How does your house look like?

I live at my parents’ house. We have a large outside area. – That is where the men sit with my father – obviously only during the cooler winter period – and where we have a tent during Ramadan. Woman visitors come usually during the morning and on weekends. We host them inside the house in the informal areas. – The house has two separate entrances, one for men and one for women. There is one kitchen for cooking, the so-called dirty kitchen, and one for preparation, the clean kitchen.

How would your dream home look like?

The exterior should be traditional with some modern components. I imagine the floor plan on different levels and very open. I like to have a lot of windows. The courtyard concept or a somehow centralized arrangement seems very interesting to me as well. There will be no separation of any sort. I wish to have an open-door policy where everybody would be welcome.

Which three things do you consider typically Arabic?

1.       Oral communication / socializing
2.       warm hospitality / generosity
3.       strong relationships / ties

What would you wish to give your next generation on the way?

Tradition is part of the identity, and it shall reflect from the inside as well as from the outside. (I probably would enjoy if my daughter would wear the abaya.) They should understand and value our culture and history. Furthermore, I wish them to find interest in art and especially in poetry.

When going out, how mixed is your group of friends?

Speaking in percentages, it would be
20% private with local girls
20% private with friends from university – mixed cultural backgrounds and mixed in terms of genders
10% family
50% work related – mixed

That brings me to another topic: how do you get to know somebody, your future partner, in a society where people are separated according to their gender?

This might have been an issue earlier, but nowadays, one meets people during university and, most important, during work. So, either one gets to know someone through socializing at work, through mutual friends or through family. – People are much more exposed now. The benchmark for potential partner has risen according to the exposure. One needs to expand the network beyond what an arranged marriage could give.

How about traveling?

I enjoy traveling, and I leave the country about every three months. It is like a break from the hectic lifestyle of Dubai. I travel with work, with family and with friends. The most joyful one is with my family.

Could you imagine living and working abroad?

I thought of it. But if I do so, then I only leave for a short period of time – maybe two to five years. It would give a good exposure. However, Dubai changes so fast that I have the feeling I would miss something, would I be gone for too long.

The dress code is an obvious characteristic in the Arab culture. Please tell us something about the Abaya and the Hijab and what they mean to you.

The hijab is more religious than cultural. The abaya, in contrary, is more cultural than religious. I personally believe in it, and that is why I am wearing it. There are no restrictions. It is my choice. Hijab and Abaya are part of my identity, part of my heritage. It is also different nowadays where abayas are not plain and uniform anymore. There are different cuts and colorful embroideries. It won’t take long and even the fabrics will show other colors but black.

The general relationship between the Middle East and the Western world is not at its best at the moment. What do you think could the West do in order to improve the situation?

The media plays a crucial role in the image transfer. As such, I would suggest, for example, jointly produced documentary and Hollywood movies. The fields of art and entertainment would be another ground to easily gain understanding for each other. Integrating the Arab history into the Western education system would be beneficial as well. It is already present on a university level where joint projects, exchange programs and field trips abroad are very common. I believe all these activities would make a bigger impact than political moves.

Now the same question from a different angle: what do you think could the Middle East do in order to improve the current situation between Middle East and West?

We should have a more proactive approach rather than complaining about issues. We should not see problems as barriers but create things that are beneficial for everybody. Dubai Cares might be a good example for it. It is the first time that a nation and not an institution carried such a movement. I also think it is good to focus on something else but tourism.

Please name three things which changed to the good in Dubai and three things that changed to the worse.

Changes to the good would be:
1.       education
2.       job variety – maybe a personal view
3.       how people accept and adapt to changes

Changes to the worse I see in

1.       the social bonding which loosens and becomes more Western in style
2.       the diversity and dimension Dubai has gained as I miss old Dubai where you could walk in your neighborhood
3.       the raising cost of living.

Please, would you provide an insiders’ tip where to go out with friends?

I mostly prefer to spend time at each other’s home. A place I very much enjoy is Japengo at Jumeirah Beach Road. Maybe it is because it exists for such a long time, and we have been going there for so many years.

We are at the end of the interview. Thank you very much for your insights into the Emirati culture. Do you have any last words for our readers?

The language is the key and tool to enter a culture. Learn Arabic when living in Dubai!

Emiratisches Essen

[Kultur]

Viele Leute schlemmen libanesisches Essen und meinen die arabischen Küche zu kennen. (Ich gehörte übrigens auch zu denen.) Dass dem nicht so ist, zeigten mir einige einheimische Freunde. Als wir in ein emiratisches Restaurant Probe essen gingen, wurde mir eine kulinarische Welt eröffnet, die ich niemandem vorenthalten möchte:

Das Restaurant heisst BIN EID und befindet sich im Hamriya Quartier (Deira Seite, Al Khaleej Strasse, beim zweiten Kreisel und auf der rechten Seite, wenn man vom Shindagaha Tunnel kommt).

Telefonnummer (falls man sich verfahren hat – oder für Reservationen): 04 2663 644.

Bestellen sollte man:

Chebab (eine Art Pfannkuchen)

Kharees (Getreidebrei – falls als Nachspeise mit Zucker überstreuen)

Fareed (Fladenbrotbeet mit Fisch, Lamm oder Huhn)

Machbous (Reisbeet mit Fisch, Lamm oder Huhn)

Khabees (Getreide… Safran… körnig-locker… ??? etwas süsslich)

Al Ghaymat (frittierte Teigbällchen mit Dattelsirup oder Honig – leckere Nachspeise)

Und zum Trinken: Frisch gepresster Fruchtsaft

 

En Guete!

emiratische küche emiratische küche 3 emiratische küche 2 emiratische küche 4

Wettergeschichten aus Dubai

[Sonstiges]

Man soll’s nicht glauben, aber im Dubai gibt’s nicht nur hellen Sonnenschein. Vor ein paar Tagen flockten ein paar Schäfchenwolken am Himmel und heute morgen nahm einem eine trübe Suppe jede Sicht auf die Skyline von Dubai.

Beides wirkt sich nicht nur auf den Gesprächsstoff aus. Die Nebeldecke kombiniert mit dem emiratischen Fahrverhalten bescherte mir in den letzten paar Tagen fünf Emails mit Powerpoint Präsentationen zum Thema: „Korrektes Autofahren bei Nebel“ oder „Auffahrunfälle im Nebel.“ Etwas amüsant und traurig zugleich.

Die Wölkchen wirken sich jedoch etwas dominanter auf mein Berufsleben aus – die kann ich nicht einfach wegklicken: Meine einheimischen Kunden wünschen auf jeder Visualisierung mindestens eine dicke, flauschige Wolke. Wenn möglich sollte sie durch die Abendsonne zum Glühen gebracht werden. Etwas süss für meinen Geschmack aber über ebendiesen lässt sich bekanntlich ja streiten.

dubai nebel dubai wolken

Kreativität in Dubais Architekturszene

[Architektur]

Während des Studiums empfahl uns der Professor für Bildnerisches Gestalten, nach der Devise „das kann ich auch“ munter alle interessanten Vorbilder zu kopieren. Irgendwie muss dieser Slogan in der Dubaischen Architektenszene auf etwas fruchtbareren Boden gefallen sein als bei mir.

Da hat’s doch glatt einer geschafft, das Nachbargebäude zu kopieren! Aber wie üblich spürt man, welches der billige Abklatsch und welches das Original ist. Gefunden an der Sheik Zayed Road.

PS: Das Original fine ich übrigens nicht schlecht. Es ist das erste Hochhaus, welches sich auf die Grundstücksdiagonale bezieht und nicht auf die Frontseite.

copy architecture

Devotalienkultur in Dubai

[Kultur]

Personenkult ist in der Schweiz sehr klein geschrieben. Entweder muss die Aufmerksamkeit auf zu viele Köpfe verteilt werden – welches andere Land hat sieben Bundesräte? – oder wir können unsere Aufmerksamkeit auf gar niemanden richten – das Schweizer Königshaus wurde schon vor Urzeiten aus dem Land verjagt.

In Dubai sieht das ein bisschen anders aus. Nicht nur kann man die königlichen Führungskräfte täglich in den Zeitungen sehen, sondern sie lächeln einem auch von Gebäuden und Heckscheiben entgegen. Mir ist das nach all den Jahren immer noch etwas fremd. Nie würde ich mein Foto an ein Bauwerk heften oder gestatten, dass jemand anderes dies täte. Ich kann mir auch nicht vorstellen, je einmal ein Bild von jemandem auf meine Heckscheibe zu kleben.

Wie dem auch sei, zurzeit interpretiere ich dieses Phänomen als Bekundung von Identität. In einer Gesellschaft mit weniger als 20% Einheimischen, mit einer Geschichte von lediglich etwas mehr als 30 Jahren und mit einem Wirtschaftswachstum, welches weltweit bewundert wird, treibt der Nationalstotz bestimmt andere Blüten als in einem Land, wo vor 700 Jahren ein Bergler seinem Jungen einen Apfel vom Kopf geschossen hat.

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Archispass

[Architektur]

Architektur nicht tierisch ernst genommen... Ein aktiver Blog, in Deutsch, weniger über Dubai als über alles andere in der Szene. Viel Archispass!

Bevölkerungsstatistik der VAE

[Kultur]

Heute gibt’s das kleine Ein mal Eins der Vereinigten Arabischen Emirate.

     

5% der Bevölkerung der Vereinigten Arabischen Emirate sind Hausangestellte

268000 wären das aufs Land verteilt

Etwas weniger als die Hälfte davon bedient Familien in Abu Dhabi

In Saudi Arabien gibt’s nur etwa halb so viele Bedienstete wie in den VAE

Es gibt etliche Haushalte, welche mehr Angestellte als Familienmitglieder haben

80% der Hausangestellten kommt aus Indonesien und den Philippinen

Etwa AED 3 Mrd. verdienen alle Angestellten zusammen (CHF 1 Mrd.)

Das entspricht einem durchschnittlichen Monatsgehalt von 900 Dhs (300 Fr.)

Es kann vorkommen, dass die Kinder einer Familie verschiedene Sprachen sprechen, da sie von verschiedenen Kindermädchen betreut werden

             

Und wie passe ich da hinein?

1 Putzfrau (aus Indien) – hatte bereits in der Schweiz eine Putzfrau, denn ich kann saubermachen nicht ausstehen

1 mal die Woche für 3 Stunden – zu kurz, um Urdu zu lernen … und bin sowieso ausser Haus, wenn sie kommt

al nasar cinema dubai

Wie üblich hat das Foto nichts mit dem Text zu tun. Dies ist der Blick aus dem Al Nasr Cinema in Richtung Canadian Hospital.

Marina Mall, Abu Dhabi

[Architektur]

Wie es sich gehört, wollten wir uns vor der Oper zu einem leichten Abendessen treffen. Leider wurde daraus nichts. Einer meiner hinteren Reifen platzte und wir mussten unser Programm kurzfristig umgestalten. Die Zeit reichte gerade noch für eine heisse Schokolade in der Marina Mall, einen Steinwurf vom Emirates Palace entfernt. Und was ich dort erlebt habe, lohnt ein Eintrag in diesem Blog.

Galler Cafe im Erdgeschoss der Mall spezialisiert sich auf Schokoladenträume. In einer endlos langen Theke präsentieren sich Zuckerköstlichkeiten en mass. Das Interior ist nicht umwerfend – war auch nicht deswegen hier – aber die Sofas sind bequem. Ich bestellte eine Schokolade-Reise durch die Zeit: Ein Tässchen mit heisser Schokolade zubereitet wie im 14. Jahrhundert, eines gemäss dem 16. Jahrhundert und dann noch eins laut Rezept aus dem 18. Jahrhundert. Absolut fantastisch! Eine Zeitreise wie sie H. G. Wells nicht besser hätte zubereiten können.

Mitten in meiner Schlemmerei gingen einige Lichter aus in der Mall. Kein Kurzschluss, wie mir meine einheimischen Freunde versicherten, sondern der Beginn der Regenzeit. Regen? Im Gebäude? Das Geräusch von aufkommendem Wind, Donnerrollen, der erste Blitz – und schon begann es zu giessen. Ich staunte nicht schlecht – mehr noch als die Regen entwöhnten Wüstensöhne, für welche dieses Spektakel eigentlich gedacht war. War dann das Donnerwetter vorbei, kreuzte auch gleich die Putzequipe auf, um den falschen Regen aufzuputzen. Echt irrwitzig! Somit ist es wieder einmal bewiesen:

Wir leben in einer künstlichen Welt!

marina mall abu dhabi 1 marina mall abu dhabi 2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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