Diwali

[Kultur]

Der letzte Tag Diwali, Fest des Lichtes. Meine indischen Nachbarn hinduistischen Glaubens feiern mit ihren Familien und Freunden. Ich selbst habe Diwali noch nie erlebt und kann also nicht wirklich sagen, wie da gefeiert wird. Ich finde es aber immer toll, wenn ich in unserem Korridor Diwali auch ein wenig mitfeiern darf. Allen, die das Fest des Lichtes wirklich feiern - happy Diwali!

Diwali 1 Diwali 2

Gate Village

[Architektur]

Neben dem Dubai International Financial Center, kurz DIFC, ist ein neues Zentrum entstanden. Eigentlich ist es nicht eigenständig sondern eine Erweiterung des Finanzbereiches. Das Gate Village, so heisst dieses von Hopkins Architects entworfene Quartier, zeichnet sich durch eine interessante städteplanerische Anordnung aus. Obwohl alles orthogonal ausgelegt ist, erlebt man die öffentlichen Zwischenbereiche als abwechslungsreich und dem menschlichen Massstab zugeschnitten. Immer wieder öffnet sich der Weg zum Platz mit Brunnen oder Bäumen. Interessant ist auch, dass sich das Terrain bisweilen ein wenig anhebt oder senkt, oder sich gar öffnet und Zugang zum tieferen Geschoss bietet.

Auch auf architektonischer Ebene gefällt das Gate Village. Die Formensprache scheint Referenz zur West End in London zu machen mit den stark repetitiven Fensteröffnungen. Die Detaillierung und die eigentliche Loslösung der Fassade verleihen der Strenge des Ensembles eine gewisse Verspieltheit. Bewegliche Metallpanele verweisen wohl auf die Mashrabias (eine Art Holzgitter vor den Fenstern) der hiesigen Kultur. Obwohl im Prinzip interessant hätte ich mir etwas Innovativeres vorgestellt. (Die Idee ist ja nicht neu.)

Die Verwendung von Holz – eigentlich weniger angebracht im harschen Klima Dubais – nimmt dem ganzen etwas Härte. Ob das Holz schliesslich Patina ansetzt oder einfach von der Sonne zernagt wird, muss sich noch zeigen.

Und wie immer, einige Fotos dazu.

gate village gate village 2gate village 3 gate village 4

Süsse, arabische Versuchung

[Kultur]
Heute erhielt ich überraschend ein Geschenk von einem meiner emiratischen Freunde: Eine Schokolade. Aber nicht irgendeine Schokolade. Die Tafel wurde hier in Dubai hergestellt. Auch die Zutaten sind speziell – Kamelmilch statt Kuhmilch und verschiedene Gewürze wie Zimt, Nelken oder Ingwer. Obwohl, so genau weiss ich das gar nicht. Auf der Packung wird die Rezeptur nicht Preis gegeben. Sie scheint so geheim zu sein wie jene von Coca Cola. Auf der Zunge zergeht die braune Süssigkeit in ähnliche Geschmacksrichtungen wie die Pfefferkuchen. Ich tippe deshalb auf ähnliche Zutaten.

Nun, wie dem auch sei. Al Nassama, die erste und zarteste Kamelmilch Schokolade – da sie die erste ist, ist sie logischerweise auch die zarteste – ist definitiv eine Versuchung wert … und ein gutes Souvenir.

Al nassam

Kleiner Nachtrag, obwohl hoch gepriesen von meinem einheimischen Freund, lassen es weder meine Geschmacksnerven noch mein Nationalstolz zu, dass diese Schoggi besser sein sollte als jene aus meiner Heimat. Ich würde sie somit vielleicht hinter der Schweizer Schokolade ansiedeln, jedoch noch vor der Belgischen. Fair, oder nicht?

Auf Galerien Tour

[Kunst]

Heute war wieder einmal so ein Tag: Ich ging auf Galerien Tour. Zum ersten mal besuchte ich auch eine neue Galerie. B_asement heisst das Teil und wurde von Künstlern und Architekten gegründet. Es liegt irgendwo im Industriequartier – etwas versteckter als die anderen Galerien dieser Gegend. Sowohl Ausstellung als auch Räumlichkeiten sind gut gemacht. Zur Zeit darf man Fotographien vom iranischen Filmemacher Abbas Kiarostami bewundern. Die Arbeiten entstanden zwischen 1978 bis 2003 und zeigen ausschliesslich Strassen. Deshalb auch der Titel der Ausstellung „Road.“ Interessant finde ich, dass der vierzig jährige Künstler immer noch in Teheran lebt und dieses Umfeld als seine Inspirationsquelle bezeichnet. Alle Arbeiten strahlen eine melancholische Ruhe aus, welche einem so schnell nicht los lässt.

Abbas Kiarostami

 

Kurz erwähnen möchte ich die Ausstellung in der Third Line Galerie, dies deshalb, weil auch dort ein iranische Arbeiten zu sehen sind – jedoch sind die beiden Kunstschaffenden und ihre Arbeiten weit auseinander. Laleh Khorramian ist Jahrgang 1974, wurde in Teheran geboren, lebt und arbeitet nun aber in New York. Ihren Film mit den Liebe machenden Orangenschalenmännchen finde ich genial. Der Ausdörrungsprozess bewegt die Körper in sinnlicher Manier. Es knistert vor Erotik und bleibt doch abstrakt.

laleh khorramian

All-day dining

[Architektur]

Den ganzen Tag Abendessen – wie verrückt klingt das! Nun, das ist nicht ein neues Konzept, das man nur in Dubai kennt. Im Prinzip bin ich nicht so begeistert von diesen Durchgangszonen, doch hier muss ich eine Ausnahme machen. Das All-day dining im Intercontinental Festival City ist nämlich nicht nur kulinarisch ein Hochgenuss – dies wurde von etwas renommierteren Gaumen als mir bestätig – sondern auch eine wahre Augenfreude. Super Potato (was für ein Name!) sind die Innenarchitekten aus Japan. Gefällt mir sehr, was Takashi Sugimoto entworfen hat. Nur beim hintern Eingang habe ich etwas Mühe, denn ich bin mir nie sicher, ob die Holzklötze mangelnder statischer Kenntnisse des Erschaffers mir auf den Kopf fallen werden. Doch aus der Distanz sind die ganz prima.

super potato dubai super potato

Cityscape Dubai 2

[Architektur]
Gestern war der letzte Tag der Cityscape Dubai. Ich nutze diese Gelegenheit, die Projekte zu erwähnen, welche mir am besten zugesagt haben – und dann auch noch jene, deren Erschaffern ich wärmstens empfehle, den Job zu wechseln!

Für die Cultural Island in Dubai entwarf LAB architects ein Zentrum mit Museen, Galerien, Theatern, Geschäften und Restaurants. Wie üblich erarbeiteten die Architekten eine spektakuläre Fassadenaufteilung, welche auf einem mathematischen Phänomen beruht. Dieses mal sind es Transformationen eines arabischen Musters. Gefällt mir sehr gut.

cultural island dubai lab architects


Ganz toll finde ich immer noch Zaha Hadids Bürogebäude „Opus“ für Omniyat. Ob all meiner Faszination für die scheinbar willkürliche Blase im Zentrum des Gebäudes, kann ich dem Modell beinahe nichts abgewinnen. Wie auch schon beim Nakheel Harbour & Tower finde ich das Modell zu gross für seinen Detailierungsgrad. Das Projekt verliert so an Kraft und Glaubwürdigkeit.

opus


Immer noch eines der spannendsten Projekte finde ich die Eco-City in Abu Dhabi. Obwohl das Ganze etwas grössere Dimensionen annimmt – USD 25 Milliarden Investitionen, 1500 Geschäfte, 50000 Einwohner – erkennt man, dass auch das Detail von einer substanziellen Vision getrieben wird. So sollen zum Beispiel innerhalb von 25 Jahren USD 2 Milliarden eingespart werden. Photovoltaikpanele produzieren die nötige Elektrizität – auch für die Entsalzungsanlage. Oder der Wasserverbrauch soll um 50% reduziert sein gegenüber einem normalen Stadtgefüge. Architektonisch hält Lord Forster die Zügel in der Hand, lenken tut aber trotzdem Sultan Al Jaber, der Chief Executive von Masdar, wie die Öko-Stadt heisst. Das Projekt soll 2013 fertig sein – ich rechne jetzt schon mit Verzögerung – aber gut Ding will Weile haben!

Öko Stadt 1 Öko Stadt 2


Und hier noch ein paar weitere, positive Eindrücke:

cityscape 1 Arabian Canal


Man wird zwar abgebrüht in Dubai, aber wie jedes Jahr, sprangen mir auch heuer einige Projekte in die Augen, welche mir das Architektenblut in den Adern gefrieren liessen. Hier zwei Projekte, welche mich auch heute noch im „Auftau“ Modus laufen lassen.

cityscape 2 Cityscape 3

Cityscape Dubai 1

[Architektur]
Die Cityscape Dubai hat auch dieses Jahr wieder einiges zu bieten:

Der Grössenwahn treibt seine Blüten… Nakheel will hoch hinaus, höher als die Erzrivalin Emaar. Dass erstere es ernst meint, zeigt sich im Nakheel Harbour & Tower Projekt. Der Turm soll mit seiner über einem Kilometer Höhe auch Emaars Burj Dubai um etliches überragen. Auch das Modell ist imposant und reicht bis zur Decke der Ausstellungshalle. Meines Erachtens wäre es besser gewesen, einen kleineren Massstab zu wählen und somit eine ausreichende Detaildichte zu erreichen. Nun imponiert vielleicht die Höhe aber bei genauerem hinschauen wirkt das ganze (nicht nur das Modell) etwas undurchdacht.

Nakheel Tower nakheel tower 2

Interessant fand ich die Modellbautechniken dieses Jahr. Es gab weniger die farbig-kreischenden Spielzeuglandschaften und mehr abstrahierte und informative Modelle. Als Architekt fand ich jene Modelle ganz besonders interessant, bei welchem alle Gebäude als Volumen angegeben sind und somit ein Kontext definiert ist. Dass mich die hohe Dichte etwas erschreckt, kann der Verkäufer überhaupt nicht verstehen!

mod 1  cityscape mod 2

Ausstellungsarchitektur ist bisweilen frappant und manchmal interessanter als die Architektur selbst. Hier die interessantesten und witzigsten Stände.

exhibition stand omniat  exhibition stand

Zum ersten mal sah ich bei den Ständen digitale Bilder eingesetzt, welche im Prinzip nichts mit dem Projekt zu tun hatten, sondern eher einen künstlerischen Aspekt enthielten.

exhibition stand 3 exhibition stand 3

Cityscape Dubai

[Architektur]

Cityscape Dubai hat wieder die Tore geöffnet. Ich werde morgen erkunden, was es so zu sehen gibt und welche Trends sich abzeichnen. Vielleicht sieht man sich da.

Bis dann

Für alle in Dubai - Öffnungszeiten sind:
6. bis 9. Oktober
10am bis 7pm

Galerie – Laden – Tummelwiese für Designer

[Design]
Letzthin war ich wieder einmal im Traffic, einem Designerladen / Galerie. Dabei habe ich erfahren, dass kommenden Donnerstag abend die Vitra Produkte neu ins Sortiment aufgenommen werden. Dies erstaunt mich ein wenig, da Vitra bereits in Dubai ansässig ist und einen eigenen Ausstellungsraum betreibt. Wie dem auch sei, der Anlass findet beginnt um 19h. Vielleicht sieht man sich ja.

Es ist immer erfrischend sich in diesem Laden umzugucken: Viele namhafte Designer sind vertreten mit Klassikern und neuesten, experimentellen Objekten. Dies ist vor allem deshalb erwähnenswert, da die Kunst- und Designszene in Dubai etwas kommerzlastig ist.

traffic traffic 2