In den Muslimischen Ländern gibt es so einiges, das verboten ist – unter anderem auch Schweinefleisch. Ich gehöre nicht zu den Karnivoren der Menschheit, verzichte aber ungern auf ein gutes Stück Fleisch, sollte es einmal in meine Reichweite kommen. Selbst brutzle ich die Teile nie, der Aufwand ist zu gross, die Erfolgsquote zu gering und der Zauber des Chefkochs im Restaurant nebenan zu günstig.

Beim Aufschnitt sieht das ganze etwas anders aus. Liebend gern türme ich da mal selbst fleischige Lagen auf mein Butterbrot. Während der ersten paar Monaten in Dubai begnügte ich mich mit Trutenbrüstchen und Leberwürsten. Wobei der Traum nach einer saftigen Schinkenscheibe oder einem Salami-Räderli immer stärker wurde. Es scheint wohl in der Natur des Menschen zu liegen, immer von den Dingen zu träumen, die unerreichbar sind. Doch in Dubai sind die fleischlichen Gelüste nicht so unstillbar, wie sie eigentlich sein sollten...

In vielen Supermärkten gibt es in der hintersten Ecke ein kleines Schlupfloch, welches einem ins Westliche Schlaraffenland bringt: Der Schweinefleischabteilung! Ganz unauffällig fristet die Abteilung ihr Dasein, aber wohl markiert als „Nur für Nicht-Muslime“ – wie die Erwachsenenabteilung in einer Videothek. Mir ist sie in den ersten Monaten in Dubai nicht aufgefallen. Und nun husche ich jeweils mit einem leicht beklemmenden Gefühl in die Abgründe des Verbotenen. Kaum erstaunen dürfte, dass ich in der Schweinefleischabteilung bis anhin noch nie eine muslimische Bedienung hatte. Gestern staunte ich aber nicht schlecht, als mir einer in einer Dishdash die Salami streitig machen wollte. Haram, mein Junge! (... Ich liebe diese Inkonsequenz!)

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