Obwohl in jedermanns Munde, wollte ich nicht darüber schreiben. Aber nachdem ich heute ein Email aus Hong Kong erhalten habe, kann ich’s doch nicht mehr ignorieren. Was war geschehen?

Freitags gibt’s in beinahe allen Hotels die Friday Brunches. Die dauern von etwa elf Uhr mittags bis drei oder vier Uhr nachmittags. Man zahlt einen gewissen Betrag und kann dafür soviel essen, wie man mag. Um die Kundschaft bei Stange zu halten, wird seit einiger Zeit auch ein Angebot gemacht, wo man so viel essen und (Alkohol) trinken kann, wie man möchte. Dies führt zu gewissen Exzessen – wobei manche Nationalitäten anfälliger dafür sind als andere.

Letzten Freitag tranken zwei etwas über den Durst und fanden Gefallen aneinander. Dies gipfelte in einer Runde „Sex on the Beach.“ Nicht wirklich angebracht in Europa, ist dieses Verhalten absolut unverzeihlich an einem öffentlichen Strand eines muslimischen Landes – egal wie liberal es sich gibt. Die Polizei soll die beiden auf Ihre unerlaubten Aktivitäten aufmerksam gemacht haben, worauf die beiden die Ordnungshüter beschimpften. Ein Schritt zu weit – die Unzüchtigen wurden fest genommen. Ihnen droht eine Anklage wegen unsittlichem Verhalten, Alkohol Konsum und ausserehelichem Sex, wofür sie bis zu sechs Jahren hinter Gitter kommen können. Nach dem Verbüssen der Strafe werden sie deportiert.

Tja, das war dann wohl ein Quickie mit einem langen Nachspiel!

Interessanter als die Geschichte selbst finde ich, wie mit der Privatsphäre gewisser Individuen umgegangen wird. So kommt es oft vor, dass Übeltäter (noch vor deren Verurteilung) mit Namen und Bild publiziert werden. Vor etlichen Jahren publizierten einige Firmen auch Namen, Passnummer und Fotos von Leuten, die nicht mehr bei ihnen eingestellt waren. Etwas was mir etwas zu weit geht. Ob dies kulturell bedingt ist, weiss ich nicht. Ich fand aber folgenden Gedanken interessant, den ich irgendwo einmal aufgeschnappt habe: Bestrafung kann entweder dazu verwendet werden, dem Verurteilten helfen, wieder auf die richtige Bahn zu kommen oder dazu, ihn büssen zu lassen und für andere als abschreckendes Beispiel zu dienen. Ob die westliche und die nah-östliche Kulturen zwei verschiedene Prinzipien verfolgen, kann ich nicht wirklich beurteilen.


sex on the beach